Papst Franziskus sprach Hirtenkinder von Fatima heilig

13. Mai 2017, 14:56
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100. Jahrestag der Marien-Erscheinung

Fatima/Vatikanstadt – Hunderttausende Pilger haben am 100. Jahrestag der Marien-Erscheinung von Fatima die Heiligsprechung zweier Hirtenkinder durch Papst Franziskus verfolgt. "Danke, Brüder und Schwestern, dass ihr mich begleitet habt", sagte das katholische Kirchenoberhaupt am Samstag an die Menge gerichtet, die sich schon früh auf dem Platz vor dem Heiligtum in dem portugiesischen Wallfahrtsort versammelt hatte.

Die 19. Auslandsreise des Argentiniers ist eine Pilgerfahrt und steht ganz im Zeichen der Visionen der Hirtenkinder, denen nach katholischem Glauben die Jungfrau Maria von 13. Mai 1917 an – mitten im Ersten Weltkrieg – insgesamt sechsmal erschienen war.

Papst Franziskus berichtete den Gläubigen, wie die Geschwister vor hundert Jahren die Erscheinung erlebt hätten. Die kleine Jacinta habe nicht an sich halten können und ihrer Mutter erzählt, die Gottesmutter gesehen zu haben. In den Folgemonaten erschien sie ihr, ihrem Bruder und ihrer Cousine Lucia dos Santos der Überlieferung zufolge weitere fünf Mal.

Jacinta wurde wie ihr Bruder Francisco Marto offiziell in den Kreis der Heiligen aufgenommen. Die beiden starben wenige Jahre, nachdem ihnen die in weiß gekleidete Muttergottes drei Prophezeiungen gemacht haben soll. Jacinta wurde neun, ihr Bruder zehn Jahre alt. Lucia dos Santos wurde später Nonne und starb 2005 im Alter von 97 Jahren. Ihre Heiligsprechung wird noch geprüft. Francisco und Jacinta sind die ersten Kinder, die heiliggesprochen wurden, ohne Märtyrer zu sein.

"Als eine um die Nöte ihrer Kinder besorgte Mutter ist Maria hier mit einer Botschaft des Trostes und der Hoffnung für die sich im Krieg befindende Menschheit und die leidende Kirche erschienen", hatte Franziskus am Freitag zum Auftakt seiner apostolischen Reise gesagt. Er rief die Gläubigen auf, täglich für den Frieden in der Welt zu beten.

Treffen mit Ministerpräsident Antonio Costa

Franziskus traf am Samstag in Portugal auch mit Ministerpräsident Antonio Costa zusammen, nachdem er am Freitag nach seiner Ankunft in Monte Real vom Staatsoberhaupt Marcelo Rebelo de Sousa begrüßt worden war.

In Fatima hatte sich das Oberhaupt der Katholiken am Freitag im Gebet auf die Heiligsprechung vorbereitet. Der Jesuit segnete Kerzen in der Erscheinungskapelle. Vor Tausenden Gläubigen, die nach Einbruch der Dunkelheit brennende Kerzen hochhielten, betonte der Papst, die Gottesmutter Maria sei kein Heiligenbild, "an das man sich wendet, um kostengünstig Gefallen zu bekommen".

Jährlich besuchen Millionen Pilger, darunter viele Kranke, den Wallfahrtsort. Zum Papst-Besuch war der Ansturm besonders groß. Am Samstag versammelten sich schätzungsweise 400.000 Gläubige auf dem Platz vor der Basilika. Wer nicht hineinkam, wartete auf den umliegenden Straßen. Nach einem Mittagessen mit Bischöfen und einer Abschiedszeremonie auf dem Militärflugplatz in Monte Real wird der 80-jährige Papst am Abend in Rom zurückerwartet.

Schon in der Früh fand laut Kathpress in der Unterkunft des Papstes ein im Reiseprogramm nicht angekündigtes Treffen mit einer muslimischen Flüchtlingsfamilie statt. Bei der Familie handelte es sich um Palästinenser, die in den 1950er-Jahren in den Irak emigriert und von dort wegen des Krieges 2003 nach Syrien geflohen waren. Inzwischen leben sie in Portugal.

Vom Vatikan angekündigt war zudem eine Begegnung Franziskus' mit dem 104-jährigen Priester Joaquim Pereira da Cunha, dem laut Medien ältesten Geistlichen Portugals. Cunho wurde den Angaben zufolge am 8. Juli 1912 im nordportugiesischen Baiao geboren und ist damit nur wenig jünger als die Seherkinder von Fatima. (APA, 13.5.2017)

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