Entlassung des FBI-Chefs: Größer als Russland

Kommentar12. Mai 2017, 18:12
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Immer deutlicher steht der Verdacht massiven Amtsmissbrauchs im Raum

Die Diskussion rund um die Russland-Affäre der Donald-Trump-Regierung, die das Weiße Haus abwürgen wollte, befeuert es zusehends selbst. Und die Vermutung, dass die Begründung für die Entlassung des FBI-Chefs nur vorgeschoben war, nährt ausgerechnet Donald Trump persönlich. In einem Interview mit NBC lag ihm offenbar mehr daran, klarzumachen, dass er und nur er die Entscheidungen trifft, als an der bisher offiziellen Version der Geschichte festzuhalten. Die Initiative für James Comeys Rauswurf sei von ihm selbst ausgegangen.

Er sei also nicht, wie zuvor verlautbart, einer Empfehlung durch die Leitung des Justizministeriums gefolgt, sagte Trump. Die Regierung verstrickt sich immer mehr in widersprüchliche Aussagen. Und der Präsident hat sichtlich Schwierigkeiten, eine überzeugende Begründung für das Timing des Rausschmisses von Comey zu liefern, für den er elf Tage davor noch voll des Lobes war.

Zumal eine, die nicht auf die Torpedierung der Untersuchungen der Russland-Causa hinausläuft. Immerhin war unmittelbar zuvor bekannt geworden, dass erste gerichtliche Vorladungen verschickt wurden, das FBI Unterlagen angefordert und um zusätzliche Mittel gebeten habe, um das Verfahren auszuweiten. Als ob die möglichen Moskau-Verstrickungen nicht schon genug Sprengkraft für die Regierung besitzen würden, steht nun immer deutlicher der Verdacht massiven Amtsmissbrauchs im Raum. (Anna Giulia Fink, 12.5.2017)

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