Schon 2018 sollen Smartphone-Akkus in fünf Minuten geladen sein

    14. Mai 2017, 09:16
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    Israelisches Start-up Storedot verspricht Massenproduktion von Prototyp, der Branche verändern könnte – Experten skeptisch

    Storedot, ein Start-up aus Israel, hat in den vergangenen Jahren wiederholt mit Prototypen von schnell aufladbaren Akkus für Furore gesorgt. Schon im November 2014 behauptete das Unternehmen, dass ein Testgerät Smartphones binnen dreißig Sekunden für einen Tag aufladen könne. Im Winter 2015 erneuerte man diesen Anspruch, gab allerdings zu, dass das Verbauen des neuen Akkus in herkömmlichen Smartphones ein Problem darstellen könnte.

    Hohe Investments

    In mehreren Investitionsrunden konnte das Smartphone dennoch zweistellige Millionenbeträge generieren. So soll sich neben dem russischen Oligarchen Roman Abramowitsch auch ein "großer asiatischer Hersteller" an Storedot beteiligt haben. Jetzt gab das Unternehmen bekannt, dass seine Akkutechnologie knapp vor der Marktreife steht. Schon 2018 sollen erste Akkus in Massenproduktion gehen, sagte Storedot-CEO Doron Myersdorf der BBC.

    Geschäftsgeheimnis

    Die genaue Funktionsweise der Batterien ist ein Geschäftsgeheimnis. Experten zeigen sich skeptisch. Technologie-Analyst Ben Wood von CCS Insight glaubt nicht, dass eine Massenproduktion derart schnell möglich wäre. "Risiken im Bereich der Batterie auf sich zu nehmen kann große Nachteile mit sich bringen", sagte Wood. So musste Samsung vergangenes Jahr alle Galaxy-Note-7-Geräte zurückrufen, da deren Akkus Feuer fingen.

    Gelingt Storedot tatsächlich ein Akku, der binnen fünf Minuten geladen werden kann, würde das die Branche laut BBC auf den Kopf stellen. Der Akku gilt als einer jener Bereiche, in denen Smartphone-Hersteller sich noch gegenüber ihrer Konkurrenz auszeichnen können. Große Hersteller experimentieren derzeit etwa mit drahtlosem Aufladen. Aber auch in anderen Bereichen wie E-Autos wären schnell aufladbare Akkus sehr wertvoll. Auch hier will Storedot punkten. (red, 14.5.2017)

    • Ein Storedot-Mitarbeiter mit einem Protoyp aus dem Jahr 2014.
      foto: reuters/o'reilly

      Ein Storedot-Mitarbeiter mit einem Protoyp aus dem Jahr 2014.

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