Café Industrie sperrt nach 103 Jahren zu

12. Mai 2017, 21:06
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"Mundl"-Autor Ernst Hinterberger holte sich in dem Lokal am Margaretengürtel Inspiration für seine Figuren – Behördliche Auflagen Grund für Schließung

Wien – Eine Wiener Institution sperrt zu: Das Café Industrie am Margaretengürtel schließt nach 103 Jahren, heißt es auf Facebook. Das Kaffeehaus im Arbeiterbezirk Margareten war unter anderem Stammlokal von Autor Ernst Hinterberger, der dort Inspiration für Figuren seiner Reihe "Ein echter Wiener geht nicht unter" holte. Grund für die Schließung sollen schwer erfüllbare behördliche Auflagen sein.

Am 27. Mai ist das Café Industrie endgültig Geschichte. Bereits zuvor hatte der Gastronomiebetrieb, so war zu hören, mit der Stadt Wien zu kämpfen: Dort regelmäßig veranstaltete Konzerte und Lesungen wurden aufgrund von Schallschutzauflagen untersagt. Etwas mehr als ein Jahr später ist nun endgültig Schluss mit dem Traditionslokal am Margaretengürtel

Die Magistratsdirektion wies der Stadt Wien Vorwürfe zurück, die Schließung sei wegen schwer erfüllbarer behördlicher Auflagen nötig. "Übliche Auflagen" für ein Kaffee-Restaurant seien etwa "regelmäßige Überprüfungen der Sicherheit der Elektro-, sowie der Lüftungsanlage", hieß es am Freitagabend in einer Stellungnahme.

Schwierigkeiten habe es "Ende 2015 aufgrund massiver Anrainer-Beschwerden wegen Lärmbelästigungen durch den Betrieb" gegeben. "Das Lokal, das als Kaffee und Restaurant angemeldet war, hatte plötzlich regelmäßig Karaoke-Abende und Live-Musik im Angebot, ohne dies vorher von der Behörde genehmigen zu lassen", betonte die Magistratsdirektion. Im Jahr 2016 gab es demnach "keinerlei derartige Vorfälle mehr". Die sonstigen üblichen Auflagen könnten "daher nicht als Grund für die Schließung 2017 in Betracht gezogen werden". (APA, 12.5.2017)

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