Zika: Nationaler Notstand in Brasilien beendet

12. Mai 2017, 05:42
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Seit Anfang 2017 nur noch 8.000 Neuinfektionen

Brasilia – Nach 18 Monaten hat Brasilien den nationalen Notstand wegen der Zika-Epidemie und der starken Zunahme von Schädelfehlbildungen bei Säuglingen für beendet erklärt. Von Jänner bis Mitte April habe es nur noch 7.911 neue Zika-Infektionen gegeben, die durch Stiche der Gelbfiebermücke Aedes Aegypti ausgelöst werden, gab das Gesundheitsministerium am Donnerstag bekannt.

Im Vorjahreszeitraum waren es noch mehr als 170.000 Fälle – ein Rückgang um 95 Prozent. Auch die Zahl lebensgefährlicher Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie) bei Säuglingen nach einer Zika-Infektion der Mütter sei entsprechend auf ein Minimum gesunken.

Die Bilder der Kinder mit zu kleinen Köpfen, der verzweifelten Mütter und von Männern in gelben Schutzanzügen, die Olympia-Sportstätten in Rio mit Insektiziden moskitofrei spritzen, gingen um die Welt. Eine Gruppe von Wissenschaftern forderte sogar die Absage der Olympische Spiele. Viele Schwangere trauten sich wegen Zika kaum noch aus dem Haus.

Eine Million infiziert

Nach Erkenntnissen der Forschung kann der starke Rückgang auch damit zusammenhängen, dass einmal Infizierte sich nicht erneut infizieren können. Insgesamt sollen sich in Brasilien von 2015 bis 2016 mehr als eine Million Menschen mit Zika infiziert haben. Nach Ausbruch der Epidemie und einer raschen Ausbreitung in ganz Amerika hatte die Weltgesundheitsorganisation im Februar 2016 einen globalen Notstand erklärt, Frauen wurde zum Teil dazu geraten, auf geplante Schwangerschaften zu verzichten. Brasilien startete – unter Einsatz zehntausender Soldaten – eine massive Kampagne zur Bekämpfung der Moskitos, zudem entwickeln Wissenschafter einen Zika-Impfstoff.

Das Virus wurde erstmals vor etwa 70 Jahren in Rhesus-Affen im Zika-Wald in Uganda gefunden. In den meisten Fällen verläuft eine Infektion unauffällig. Fieber, Kopfschmerzen und Hautrötungen können Symptome sein. Aber neben der Gefahr bei Schwangeren, dass Säuglinge mit zu kleinen Köpfen geboren werden, erkrankten auch dutzende männliche Infizierte an einer Nervenkrankheit, dem Guillain-Barré-Syndrom. Zwar wurden weltweit Millionensummen für die Intensivierung der Forschung bereitgestellt, aber viele Rätsel rund um Zika sind noch ungelöst.

Auch die Fälle des ebenfalls von Aedes-aegypti-Moskitos übertragenen Denguefiebers gingen um rund 90 Prozent zurück. Sorgen bereitet in diesem Jahr vor allem ein Gelbfieber-Ausbruch mit mehr als 200 Toten in Brasilien, Millionen Menschen ließen sich zuletzt dagegen impfen. Mehrere Länder in Lateinamerika lassen Reisende aus Brasilien wegen des Ausbruchs ohne Nachweis einer Gelbfieberimpfung nicht einreisen. (APA, 12.5.2017)

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