Thiem wehrt fünf Matchbälle ab und biegt Dimitrow

Video11. Mai 2017, 20:14
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Österreichs Nummer eins setzt sich in einem Thriller gegen den Bulgaren durch und steht im Viertelfinale

Madrid – Der Niederösterreicher Dominic Thiem steht zum fünften Mal im Viertelfinale eines Masters-1000-Tennisturniers. Der 23-Jährige besiegte den Bulgaren Grigor Dimitrow am Donnerstag im Madrid-Achtelfinale 4:6, 6:4, 7:6 (9) und spielt am Freitag (nicht vor 21.30 Uhr, live Sky) gegen Borna Coric um sein Halbfinaldebüt auf dieser höchsten Ebene unter den Grand Slams. Coric hatte Andy Murray 6:3, 6:3 besiegt.

Thiem setzte sich gegen den Bulgaren nach einem wahren Krimi durch. Der Niederösterreicher musste den ersten Satz abgeben und lag im zweiten Satz schon mit einem Break zurück, konnte den Durchgang aber mit 6:4 für sich entscheiden. Auch im dritten Satz sah alles nach einer Niederlage für Thiem aus. Dimitrow führte bereits 4:1, musste aber doch noch ins Tiebreak gehen. Dort erspielte sich die Nummer zwölf der Welt insgesamt fünf Matchbälle, die Thiem allesamt abwehren konnte. Am Ende verwertete der Österreicher seine zweite Möglichkeit nach einer Spielzeit von 2:35 zum Matchgewinn.

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Zusammenfassung des fünften Spieltages inkl. Thiem vs. Dimitrow (letzte Partie): "Ein Spiel bei dem man keinen Verlierer sehen möchte."

"Das Tiebreak war echt sehr hohes Niveau von beiden. Das Adrenalin ist besonders hoch im Tiebreak, das ist auch ein wenig Glückssache", erklärte Thiem. "Es war wichtig, dass ich wieder einmal so ein enges Match gewinne. Das sind die schönsten Siege." Im ersten Satz sei er mit dem Slice Dimitrows nicht zurechtgekommen, mit dem ersten Rebreak in Satz zwei habe sich das Spiel aber ein bisschen gedreht. "Ich habe einfach gedacht, bleibe dran."

Der Lichtenwörther hatte die Partie mit einem Break im ersten Game optimal begonnen, nach einer 2:0-Führung brachte ihm aber vor allem eine schwache Serviceleistung in Bedrängnis. Dimitrow schaffte so das Rebreak und entschied Satz eins bei Aufschlag Thiem mit seinem vierten Satzball für sich. Nachdem sich der 25-Jährige eine 3:1-Führung erarbeitet hatte, schien er in Folge auf einen Sieg in zwei Sätzen zuzusteuern.

Doch Thiem verwertete seine erste Breakchance seit dem Auftaktgame zum 2:3 und kam ab da so richtig in Schwung. Mit vier Game-Gewinnen in Folge legte er die Basis zum Satzausgleich. In Satz drei sah sich der French-Open-Halbfinalist 2016 nach vergebenem Breakball allerdings 0:3 in Rückstand, Dimitrow ermöglichte ihm aber mit einem Doppelfehler das Rebreak zum 3:4. Danach ging es in einem inzwischen hochklassigen Match ins Tiebreak, in dem Thiem einen 3:6-Rückstand noch drehte.

Hochschaubahn

"Das war eine extreme Hochschaubahn der Gefühle. Es ist das Brutale im Tennis, dass es nur einen Sieger geben kann", meinte Thiem, Dimitrows Leistung anerkennend. Die Bedingungen in der Höhenlage Madrids bezeichnete er als extrem schnell: "Das ist schneller als viele Hardcourts. Der Ball springt extrem hoch ab. Die Breaks habe ich auch gemacht, als ich weiter hinten returniert habe. Gegen Coric wird es wieder ein anstrengendes Match."

Gegen den erst 20-jährigen Coric hat Thiem in deren bisher einzigem Duell im März in der ersten Miami-Runde 1:6,5:7 verloren. Die Freitag-Partie gegen den Weltranglisten-59. wird die letzte auf dem Center Court sein (nicht vor 21.30 Uhr, live Sky). Gewinnt Thiem, stünde er das erste Mal in einem 1000er-Halbfinale, in dem es gegen den Deutschen Alexander Zverev oder Pablo Cuevas aus Uruguay und damit erneut gegen einen Ungesetzten ginge.

Nach vorne schauen

Aber schon mit seinem ersten Madrid-Viertelfinale hat Thiem gute Chancen, in der Weltrangliste von Rang neun aus vorzustoßen. Mit einem Halbfinaleinzug würde er auf alle Fälle den Kroaten Marin Cilic überholen, auch Kei Nishikori (6) könnte der Gewinner von sieben ATP-Turnieren diese Woche hinter sich lassen. Der Japaner bekommt es im Viertelfinale nach einem 6:4,6:3-Sieg über David Ferrer (ESP) mit Novak Djokovic (2) zu tun. Der Serbe besiegte Feliciano Lopez (ESP) 6:4,7:5.

Zverev setzte seinen Siegeslauf auch gegen Tomas Berdych (11) fort, gewann gegen den Tschechen 6:4,6:4. Der deutsche Vorwochensieger von München hält nun schon bei sieben Siegen en suite. Eine kleine Überraschung gelang auch David Goffin (9), indem der Belgier den Kanadier Milos Raonic (5) glatt mit 6:4,6:2 ausschaltete. Sein Viertelfinalgegner wurde in der Abendpartie zwischen Rafael Nadal (ESP-4) und Nick Kyrgios (AUS-16) ermittelt (1. Satz. 6:3).

Federer kommt zurück

Indes haben die Organisatoren des Rasenturniers von Halle angekündigt, dass der Schweizer Roger Federer heuer in der Woche ab 19. Juni zum 15. Mal dieses Wimbledon-Vorbereitungsturnier bestreiten wird. Der Weltranglisten-Vierte hat heuer die Australian Open sowie die Masters-1000-Turniere in Indian Wells und Miami für sich entschieden und kehrt Ende Mai bei den French Open auf die Tour zurück. In Halle hat der 35-Jährige schon achtmal den Finalsieg geholt. (red, APA, 11.5.2017)

Viertelfinale:

Dominic Thiem (AUT/8) vs. Borna Coric (CRO)
Alexander Zverev (GER) vs. Pablo Cuevas (URU)
Rafael Nadal (ESP/4) vs. David Goffin (BEL/9)
Novak Djokovic (SRB/2) vs. Kei Nishikori (JPN/6)

  • Am Ende die Faust.
    foto: apa/afp/javier soriano

    Am Ende die Faust.

  • Next: Borna Coric.
    foto: apa/afp

    Next: Borna Coric.

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