Kunstbiennale Venedig: Drozda will Budget erhöhen

11. Mai 2017, 16:07
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500.000 statt 400.000 Euro plus Gründung einer fixen Organisationsgesellschaft – Kommissäre sollen nicht mehr vom Kulturminister allein bestimmt werden

Venedig – Kulturminister Thomas Drozda (SPÖ) plant für die künftigen Biennalen in Venedig eine Budgeterhöhung. Das gab er am Donnerstag bei der Pressekonferenz des Österreich-Pavillons, für den Kommissärin Christa Steinle die beiden Künstler Brigitte Kowanz und Erwin Wurm eingeladen hat, bekannt. Statt 400.000 Euro, die auch in die Organisation fließen, sollen künftig 500.000 Euro zu Verfügung stehen.

Darüber hinaus soll eine neue Organisationsstruktur geschaffen werden, etwa in Form einer noch zu entwickelnden Einrichtung, wie der Minister gegenüber der APA präzisierte. Bisher war es so, dass jeder Kommissär eigene Strukturen schaffen musste, was naturgemäß einen großen Teil des vorhandenen Budgets in Anspruch nahm.

Dem will Drozda nun entgegenwirken, indem ein permanentes Biennale-Büro geschaffen wird, das sich um die organisatorischen Belange kümmert. "Der Kommissär oder die Kommissärin soll sich wirklich um die Kunst kümmern und nicht etwa um die Anstellungsmodalitäten von Wachpersonal", so der Minister. Das Budget von 500.000 Euro soll tatsächlich in die künstlerische Realisierung fließen.

Zusätzliche Sponsoren und Mittel

Der diesjährige Beitrag sei nur dank zahlreicher Sponsoren sowie zusätzlicher Fördermittel zustande gekommen, hatte Christa Steinle bereits im Vorfeld wissen lassen. Insgesamt kamen 660.000 Euro aus öffentlicher Hand zusammen: Das Ministerium besserte die 400.000 Euro um 30.000 Euro auf, weitere Gelder kamen vom Land Niederösterreich, dem Land Steiermark, der Stadt Graz sowie der Universität für angewandte Kunst.

Zudem hatten die Künstler selbst in die Tasche gegriffen, um ihre Werke zu realisieren. "Ich nehme diese Kritik ernst", so der Kulturminister, der sich auch vorstellen kann, die zu gründende Gesellschaft etwa an ein Museum anzudocken. Das müsse er noch mit der Direktorenkonferenz beraten. Eine feste Struktur biete zahlreiche Vorteile: "Man muss das Rad nicht immer neu erfinden."

Rein weiblich bespielter Pavillon

Neuerungen soll es auch bei der Findung der Kommissäre geben. Diese wurden bisher vom Minister bestimmt. Drozda will künftig junge Künstler und Institutionen wie die Kunstakademien einbinden. Auch genderpolitisch schweben ihm Änderungen vor: "Es ist hoch an der Zeit, dass es einmal einen rein weiblich bespielten Pavillon gibt. Mit einer Kommissärin und einer Künstlerin, die den Pavillon allein bespielt", wirft Drozda einen Blick auf die Kunstbiennale 2019. (APA, 11.5.2017)

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