Ankara kritisiert Asyl für türkische Soldaten in Deutschland

11. Mai 2017, 15:40
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Außenministerium fordert deutsche Behörden zur Rücknahme der Entscheidung auf

öln/Ankara – ie Türkei hat am Donnerstag das von Deutschland gewährte Asyl für Dtürkische Soldaten scharf kritisiert. Das Außenministerium in Ankara erklärte am Donnerstag, die Entscheidung der deutschen Behörden zeige deren "Nachsicht gegenüber einer putschistischen Mentalität". Die "ehemaligen Militärs" in Deutschland unterhielten Verbindungen zur "Terrororganisation von Fethullah Gülen".

Dem in den USA lebenden islamistischen Prediger wirft die konservativ-islamische Regierung in Ankara vor, hinter dem gescheiterten Putsch vom vergangenen Juli zu stecken. In der Erklärung des Außenministeriums wird Deutschland aufgefordert, die Asylentscheidung rückgängig zu machen. Diese schade den beiderseitigen Beziehungen.

Diplomatenpass

Das deutsche Innenministerium bestätigte Medienberichten zufolge, dass die ersten Anträge auf politisches Asyl türkischer Bürger mit Diplomatenpässen positiv beschieden wurden. Bei den anerkannten Fällen handelte es sich demnach auch um Nato-Soldaten, die vor ihrer Entlassung aus der türkischen Armee in Deutschland stationiert waren. Sie besitzen in der Regel einen Diplomatenpass.

Nach dem gescheiterten Militärputsch wurden in der Türkei zehntausende Menschen inhaftiert oder aus dem Staatsdienst entlassen. In den Medienberichten hieß es unter Berufung auf das Innenministerium, dass seit dem Putschversuch bis Anfang Mai 414 türkische Soldaten, Diplomaten, Richter und hohe Staatsbeamte in Deutschland einen Asylantrag stellten. Diese Zahl umfasst demnach auch Familienangehörige.

Ende Jänner hatte der türkische Verteidigungsminister Fikri Isik gefordert, dass Deutschland alle Asylanträge türkischer Offiziere ablehnen solle. Das Verhältnis zwischen der Türkei und Deutschland ist stark angespannt. Ankara wirft den deutschen Behörden vor, "Terroristen" zu beherbergen, Deutschland kritisiert das harte Vorgehen gegen die Opposition in der Türkei. (APA, 11.5.2017)

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