Tauziehen um russischen Hacker: Prozess hat begonnen

11. Mai 2017, 13:59
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Haftbefehl aus Washington und Moskau wird in Prag verhandelt – soll Millionen Linkedin-Passwörter geklaut haben

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen hat in Prag der Auslieferungsprozess gegen einen mutmaßlichen russischen Hacker begonnen. Ausnahmsweise kam die Strafkammer des Gerichts am Donnerstag hinter den Gefängnismauern zusammen. Die Richter müssen entscheiden, ob der Mann den US-amerikanischen oder den russischen Justizbehörden übergeben wird.

Beide Länder haben einen Haftbefehl erlassen. Wegen eines Verfahrensfehlers wurde die Verhandlung der Agentur CTK zufolge kurz nach der Eröffnung auf Ende Mai vertagt.

Soll Millionen Passwörter geklaut haben

Die US-Behörden werfen dem mutmaßlichen Computer-Hacker vor, die Passwörter von Millionen Nutzern des sozialen Netzwerks LinkedIn entwendet zu haben. Dafür drohen ihm dort bis zu 30 Jahre Haft und eine Geldstrafe in Millionenhöhe. In Russland geht es nur um Cyberdiebstahl mit einer vergleichsweise geringen Schadenssumme.

Die tschechische Polizei hatte den Mann im vorigen Oktober nach einem Hinweis der US-Bundespolizei FBI in einem Prager Hotel festgenommen. Die letzte Entscheidung über die beiden Auslieferungsgesuche hat Justizminister Robert Pelikan von der liberal-populistischen ANO-Bewegung, der sich nicht an die Vorgaben des Gerichts halten muss. (APA, 11.05.2017)

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