Belgrad: Bernard-Henri Lévy mit Torte beworfen

11. Mai 2017, 12:43
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Kommunisten warfen Franzosen Unterstützung der Nato-Luftangriffe in den 1990er-Jahren vor

Belgrad – Bei der Präsentation seines Dokumentarfilms "Peshmerga" ist der Philosoph Bernard-Henri Lévy am Mittwochabend in Belgrad wieder mit einer Torte beworfen worden. Aktivisten einer serbischen Kommunistenorganisation hätten den Franzosen dabei mit "Mörder, verlasse Belgrad" beschimpft, berichteten Medien. Der Autor antwortete auf Französisch: "Lang lebe die Demokratie in Belgrad."

Die drei Angreifer warfen Lévy vor, sich in den 90er-Jahren für die Nato-Luftangriffe auf das damalige Jugoslawien (Serbien und Montenegro) eingesetzt zu haben. Der Franzose hat die Belagerung Sarajevos (1992–1995) durch die bosnischen Serben und das Regime von Slobodan Milošević stets scharf kritisiert.

"Faschisten"

Über die Aktivisten sagte Lévy später dem TV-Sender RTS, sie seien keine "Antiimperialisten", sondern "Faschisten". Außerdem habe sich Serbien noch immer nicht "geändert, wie seine Freunde gehofft" hätten.

Lévy wurde bereits öfters mit einer Torte beworfen. Hinter den Übergriffen standen hauptsächlich Anhänger von Noël Godin, der sich zu ähnlichen Attacken auf Prominente wie Bill Gates, Jean-Luc Godard und den Sänger Patrick Bruel bekannte. Godin ist der Erfinder des Tortenwurfs als Form des politischen Aktionismus. (APA, 11.5.2017)

  • Bernard-Henri Lévy zieht Torten an wie ein Magnet.
    foto: apa/afp

    Bernard-Henri Lévy zieht Torten an wie ein Magnet.

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