Volkspartei sieht Niko Kern als Anstifter

11. Mai 2017, 15:00
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Die Volkspartei wirft dem Sohn des Bundeskanzlers vor, das Gerücht über den Rücktritt Mitterlehners bewusst gestreut zu haben

Für die ÖVP ist er einer der Gründe für den Rücktritt von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner: Niko Kern, ältester Sohn des Bundeskanzlers und in der SPÖ-Sektion ohne Namen aktiv. Zuerst wurde er von der ÖVP beschuldigt, mit seinem Rücktrittsgerücht via SMS den tatsächlichen Rücktritt Mitterlehners eingeleitet zu haben. Dann wurde er in der "ZiB 2" am Mittwoch heftig von ÖVP-Generalsekretär Werner Amon für seinen Vergleich von Außenminister Sebastian Kurz mit dem ehemaligen ugandischen Diktators Idi Amin kritisiert. Amon gibt dabei dem Sohn des Kanzlers eine genauso wichtige Rolle wie den Mitgliedern der Bundesregierung, wenn es darum geht, die Koalitionsarbeit zu erschweren.

Anschuldigungen

Ersteres bezeichnet Niko Kern als Dirty Campaigning der ÖVP. Er habe lediglich nachgefragt, schreibt er dazu auf Facebook. Als unglückliches Wording hingegen bezeichnet er den Vergleich mit Idi Amin, den er binnen zehn Minuten gelöscht und umformuliert habe. Damit habe er auf den Uganda-Tansania-Krieg (1978–1979) anspielen wollen. Die Kriegserklärung sei eigentlich ein Ablenkungsmanöver von wirtschaftlichen Problemen gewesen. Idi Amin habe behauptet, er wolle Frieden, um nicht als Kriegstreiber und Verlierer dazustehen und um von seinen etlichen Verfehlungen abzulenken. Es endete damit, dass er abtreten und ins Exil gehen musste, schreibt Kern als Erklärung auf seiner Facebook-Seite.

Politisches Engagement

Niko Kerns sozialdemokratische Engagement ist nur bedingt auf den Einfluss des Vaters zurückzuführen. Eine wichtige Rolle spielte Oliver Stauber, den er vom Fußballplatz, dem alten Austria-Stadion, kannte. Gemeinsam mit anderen SPÖ-Anhängern gründeten sie die Sektion ohne Namen. In dieser sollen Personen mit und ohne Parteimitgliedschaft eine Plattform haben, um sich politisch zu engagieren. Der 29-Jährige leitet dort die strategische Kommunikation.

Mit strategischer Kommunikation und digitalem Marketing beschäftigt sich auch das von Kern jun. gegründete Start-up Strategos Solutions eU. In ein bis zwei Semestern möchte er das Studium zum Diplombetriebswirt an der WU Executive Academy abschließen, bereits abgeschlossen hat Kern das Studium "Marketing & Sales". (ost, 11.5.2017)

  • Ein angebliches SMS-Gerücht Niko Kerns über Reinhold Mitterlehners Rücktritt sorgt für großen Wirbel.
    foto: iryna goralchuk

    Ein angebliches SMS-Gerücht Niko Kerns über Reinhold Mitterlehners Rücktritt sorgt für großen Wirbel.

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