Wer dem gefeuerten FBI-Chef Comey nachfolgen könnte

11. Mai 2017, 12:32
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Fieberhaft sucht Washington nach einem neuen Chef für die US-Bundespolizei – Acht Kandidaten, die einspringen könnten

Der unvermittelte Hinauswurf von FBI-Direktor James Comey durch US-Präsident Donald Trump sorgt für Stress bei Amerikas Bundespolizei. Fieberhaft wird nach einem – zumindest – interimistischen Nachfolger gesucht. US-Medien spekulieren über diese fünf Namen potenzieller neuer Oberpolizisten:

foto: reuters/james lawler duggan/file photo
Andrew McCabe

FBI-Vizedirektor Andrew McCabe (49) übernahm im Auftrag von Justizminister Jeff Sessions interimistisch Comeys Chefsessel. McCabe, der seit 1996 für das FBI arbeitet, gilt unter Trump-Anhängern aber nicht gerade als erste Wahl. Einerseits soll er wie sein früherer Chef tief mit den FBI-Untersuchungen in Hillary Clintons E-Mail-Affäre und zu einer möglichen russischen Einflussnahme auf die Präsidentenwahl verbunden sein. Andererseits wird ihm die Kandidatur seiner Frau Jill für die Demokraten in Virginia vorgehalten. Zu Beginn seiner Karriere im FBI legte sich McCabe mit dem organisierten Verbrechen an, namentlich der russischen Mafia in den USA.

foto: office of the director of national intelligence
William Evanina

William Evanina (50) ist der Chef der Spionageabwehr beim Direktor der nationalen Nachrichtendienste, dem Zusammenschluss der 17 US-Geheimdienste. Im Fall des aus den USA geflohenen Whistleblowers Edward Snowden unterrichtete Evanina den Kongress und das Weiße Haus regelmäßig über die Aufklärung des Falls. Als Amerikas oberster "spy catcher" beobachtet der studierte Verwaltungswissenschafter auch die Machenschaften russischer Agenten im Land.

Der Jurist Adam Lee leitet seit 2014 das FBI-Büro in Richmond im Bundesstaat Virginia, das sich vor allem mit dem Anti-Terror-Kampf beschäftigt. Der Kalifornier, der zuvor 20 Jahre lang in San Diego und in der FBI-Zentrale in Washington als Special Agent diente, hat sich zudem durch Ermittlungen gegen korrupte Beamte einen Namen gemacht.

foto: ap
Paul Abbate

Paul Abbate war zu Beginn seiner 20-jährigen Karriere Mitglied des Spezialkommandos Swat in New York und arbeitete dann für das FBI in Afghanistan, in Libyen und im Irak. Heute leitet er das FBI-Büro in der Hauptstadt Washington.

Special Agent Michael Anderson (48) steht seit einem Karrieresprung 2015 dem FBI-Büro in Chicago vor und wurde davor als Chefermittler im Fall des Deepwater-Horizon-Öllecks im Golf von Mexiko bekannt. Noch früher ging er einem Schmiergeldfall in Florida nach, im Zuge dessen 75 Tonnen Kokain in den Sunshine State geschmuggelt werden sollten.

Gräbt man etwas tiefer, tauchen rasch Namen von möglichen Langzeit-Nachfolgern des geschassten Comey auf. New Yorks Ex-Bürgermeister Rudy Giuliani wird genannt, wie Chris Christie aus New Jersey ein früher Weggefährte Trumps. Und auch der langjährige New Yorker Polizeichef Ray Kelly taucht einmal mehr auf der Liste der Aspiranten auf. Schon Bill Clinton wollte ihn 1993 zum obersten Gesetzeshüter machen. Seine Nähe zu den Demokraten könnte ihm diesmal bei der Anhörung im Senat helfen. (flon, 11.5.2017)

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