Österreichs Wachstum wieder im Euroschnitt – aber nur 22. in der EU

11. Mai 2017, 10:17
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Der Länderbericht sagt ein höheres BIP für 2017/18 und eine sinkende Arbeitslosigkeit voraus – aber eine Verschlechterung bei der Staatsverschuldung

Brüssel/Wien – Österreichs Wirtschaft steht zwar deutlich besser da als noch vor einiger Zeit, liegt beim Wachstum aber im Vergleich mit den anderen 27 EU-Ländern trotzdem nur an 22. Stelle. Österreich soll laut EU-Kommission heuer um 1,7 Prozent wachsen, die Kommission ist also pessimistischer als das Wifo, das zwei Prozent prognostiziert.

Österreichs Wirtschaft hat damit wieder an den Schnitt der Eurozone angeschlossen, die laut Kommission ebenfalls um 1,7 Prozent wachsen soll. Weil viele der ehemaligen Krisenländer und Länder Osteuropas aber schneller wachsen, liegt Österreich im EU-Vergleich zurück. Am stärksten dürfte das Wachstum mit 4,6 Prozent in Malta ausfallen.

Iren wachsen um vier Prozent

Hinter Malta rangieren Luxemburg und Rumänien (je 4,3 Prozent), Irland (4,0 Prozent), Ungarn (3,6 Prozent), Polen (3,5 Prozent), Slowenien 3,3 Prozent), Lettland (3,2 Prozent), Slowakei (3,0 Prozent), Bulgarien, Kroatien und Litauen (je 2,9 Prozent), Spanien (2,8 Prozent), Schweden und Tschechien (je 2,6 Prozent), Zypern (2,5 Prozent), Estland (2,3 Prozent), Griechenland und Niederlande (je 2,1 Prozent), Großbritannien und Portugal (je 1,8 Prozent).

Italien wird laut EU-Frühjahrsprognose im laufenden Jahr mit 0,9 Prozent das geringste Wirtschaftswachstum prophezeit. Geringere Wachstumsraten als Österreich für 2017 weisen neben Italien noch Finnland (1,3 Prozent), Frankreich (1,4 Prozent), Belgien (1,5 Prozent) und Deutschland (1,6 Prozent) auf. Dänemark kommt wie Österreich auf 1,7 Prozent.

Griechenland muss gegenüber der Winterprognose eine deutliche Abschwächung seines Wirtschaftswachstum erwarten. Waren es im Februar noch 2,7 Prozent BIP-Wachstum, hat die Kommission diesen Wert in der Frühjahrsprognose auf 2,1 Prozent zurückgenommen.

Solides Wachstum auch 2018

Die EU-Kommission attestiert Österreich in ihrer Frühjahrprognose eine "günstige Wachstumsdynamik". Die Wirtschaftsvorausschau sagte für Österreich ein Wirtschaftswachstum von 1,7 Prozent in den Jahren 2017 und 2018 voraus. Das sind jeweils 0,1 Prozentpunkte mehr als in der Winterprognose vom Februar.

Auch die Arbeitslosigkeit wird demnach sinken. Die Kommission erwartet für 2017 und 2018 einen Wert von 5,9 Prozent – die Winterprognose war noch von 6,1 (2017) beziehungsweise 6,2 Prozent (2018) ausgegangen.

Etwas schlechtere Daten gibt es für Budgetdefizit und Staatsschulden. Das Defizit soll 2017 1,3 Prozent (statt -1,2) betragen, für 2018 sind es 1,0 Prozent (bisher -0,9). Die Staatsschulden sollen 2017 nur auf 82,8 Prozent des BIP zurückgehen (Winterprognose: 81,0), 2018 dann auf 81,2 Prozent (Winterprognose: 79,3).

Solides Wachstum

Bei der Inflation gibt es keine Veränderungen, 2017 soll sie 1,8 Prozent betragen, 2018 dann 1,6 Prozent.

Die Kommission spricht von einem "soliden Wirtschaftswachstum 2016", wobei Österreich mit einem Plus von 1,5 Prozent einen Wendepunkt erreicht habe und die Jahre mit gedämpftem Wachstum hinter sich lassen konnte. Außerdem habe sich die Stimmung für Konsumenten und die Wirtschaft verbessert, wobei es 2017 einen weiteren Aufwärtsschwung geben sollte. Der starke Arbeitsmarkt habe den Anstieg der Arbeitslosigkeit gestoppt. (APA, 11.5.2017)

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