Italien prüft möglichen Kontakt zwischen Helfern und Schleppern

10. Mai 2017, 20:02
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Einige Retter sollen im voraus gewusst haben sollen, wo sie nach Booten zu suchen hatten

Rom – Die italienischen Behörden prüfen, ob sich Mitglieder von Hilfsorgansiationen bei der Rettung von Bootsflüchtlingen mit Menschenschmugglern abgesprochen haben. Es gebe diesen Verdacht, weil einige Mitglieder von Rettungsteams im Voraus gewusst hätten, wo sie Boote hätten finden können, sagte der sizilianische Staatsanwalt Ambrogio Cartosio am Mittwoch vor einem Parlamentsausschuss in Rom. Ermittelt werde gegen Einzelpersonen, nicht aber gegen Organisationen.

An der Arbeit der Organisationen vor der Küste Libyens gibt es seit längerem Kritik. Der Staatsanwalt von Catania, Carmelo Zuccaro, nahm schon vor Tagen Untersuchungen zu möglichen Verbindungen zu in Libyen stationierten Schleusern auf. Er geht davon aus, dass beide Seiten telefonisch in Kontakt standen.

In diesem Jahr sind 40 Prozent mehr Migranten über das Mittelmeer nach Italien gekommen als vor Jahresfrist. Im Gesamtjahr 2016 waren es 181.000. Einige Politiker sprechen von einem "Taxidienst", den Organisationen für den Transport nach Italien eingerichtet hätten. Nach UN-Angaben kamen in diesem Jahr aber auch schon mehr als 1150 Menschen auf dem Weg von Libyen nach Italien ums Leben oder gelten als vermisst. Die Schleuser pferchen den Angaben zufolge immer mehr Menschen auf die Boote, die dann wegen Überladung untergehen. (Reuters, 10.5.2017)

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