Diplomaten warnen Touristen vor Entführungsgefahr auf Philippinen

10. Mai 2017, 17:55
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Erhöhtes Risiko auch außerhalb der Abu-Sayyaf-Kernregion im Süden des Landes

Manila – Mehrere westliche Botschaften haben Touristen am Mittwoch vor einer akuten Entführungsgefahr in beliebten Urlaubsregionen auf den Philippinen gewarnt. Die Botschaften der USA, Kanadas und Großbritanniens in Manila haben auf ein "aktuelles akutes Entführungsrisiko durch terroristische Gruppen" insbesondere auf der Insel Palawan hingewiesen.

In den vergangenen Jahren hatte es auf den Philippinen immer wieder Entführungen und Ermordungen von Ausländern gegeben – sie konzentrierten sich aber auf die muslimischen Unruheregionen im äußersten Süden des Landes, wo die Jihadistengruppe Abu Sayyaf aktiv ist.

Duterte räumt Problem ein

Den Warnungen westlicher Diplomaten vom Mittwoch zufolge werden die Extremisten zunehmend außerhalb dieser Region aktiv. Die bei Urlaubern beliebte Insel Palawan liegt rund 400 Kilometer vom Kerngebiet der Abu Sayyaf entfernt. Ein entsprechender Hinweis zu Übergriffen auf der Insel findet sich auch in der Reisewarnung des Außenministeriums in Wien.

Als Reaktion auf die Reisewarnungen räumte der philippinische Präsident Rodrigo Duterte in Manila ein, "dass wir ein Problem mit Terrorismus haben". Duterte bekräftigte seine Vorstellung von einer Lösung des Problems: "Meine Anweisung an die Sicherheitskräfte lautet: Erschießt sie, sobald Ihr sie seht. Tötet sie!"

Im April hatte sich die philippinische Armee Feuergefechte mit Abu-Sayyaf-Aktivisten auf der Urlaubsinsel Bohol geliefert. Die Extremisten wollten dort offenbar Urlauber entführen. (APA, 10.5.2017)

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