Schachfigur enthielt Rolle von Münzen aus dem 16. Jahrhundert

    10. Mai 2017, 17:25
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    Geldstücke waren zu Lebzeiten von Iwan dem Schrecklichen in Umlauf

    Moskau – In einer Schachfigur aus dem 16. Jahrhundert haben russische Archäologen einen Mini-Silberschatz gefunden. Der kunstvoll geformte Springer aus Knochen sei innen hohl gewesen und habe über die Jahrhunderte zehn kleine Münzen verborgen gehalten, sagte Alexej Jemeljanow von der Kulturabteilung der Stadtverwaltung in Moskau.

    Experten fanden die Schachfigur mit der kostbaren Füllung demnach bei Bauarbeiten in der Nähe der Christus-Erlöser-Kathedrale im Zentrum der russischen Hauptstadt. Geprägt wurden die Geldstücke laut Jemeljanow in den 1530er und 1540er-Jahren in Moskau und Twer, das zuvor über lange Zeit hinweg ein Rivale Moskaus um die Vormachtstellung gewesen war.

    Kopeken mit Kaufkraft

    Somit waren die Münzen zu Lebzeiten von Zar Iwan dem Schrecklichen (1530-1584) in Russland im Umlauf. Zusammen hätten die Münzen einen nominellen Wert von fünf Kopeken. Zwar sind Kopeken die kleinste russische Geldeinheit. Aber damals hatten sie durchaus relevante Kaufkraft: Eine Kopeke war Jemeljanow zufolge beispielsweise eine Gans wert.

    "Für die zehn Münzen, die in der Schachfigur versteckt waren, konnte der Besitzer eine kleine Gänseherde kaufen." Sollte der einstige Besitzer und gewiefte Sparer alle 32 Figuren seines Schachspiels mit 10 solcher Münzen gefüllt haben, käme die beträchtliche Summe von 160 Kopeken zusammen. Doch weitere Figuren seien bisher nicht gefunden worden. (APA, red, 10. 5. 2017)

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