Schäuble will Macron "nicht mit Hilfsangeboten überschütten"

10. Mai 2017, 17:06
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"Frankreich ist so groß und stark, dass es nicht in erster Linie darüber nachdenkt, wer ihm helfen kann"

Frankfurt/Ode – Frankreichs künftiger Präsident Emmanuel Macron sollte nach Worten von Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble nicht mit Hilfsangeboten überschüttet werden. "Frankreich ist so groß und stark, dass es nicht in erster Linie darüber nachdenkt, wer ihm helfen kann", sagte Schäuble am Mittwoch in Frankfurt/Oder auf einer Veranstaltung der Europa-Universität Viadrina. Frankreich müsse und werde seine Probleme lösen. "Und dass Macron ein überzeugter Europäer ist, das ist wahr und das ist gut", unterstrich er. Daran könne man anknüpfen.

Vorbehalte äußerte Schäuble aber erneut gegenüber Macrons Vorschlägen, einen Euro-Finanzminister und ein eigenes Budget für die Eurozone zu schaffen. Er betonte, dazu seien Vertragsänderungen in Europa nötig. Die Bereitschaft dafür sei aber in vielen EU-Ländern gering, auch in Frankreich. "Wir müssen natürlich unsere Europäische Währungsunion stärken", unterstrich Schäuble. "Deswegen habe ich vorgeschlagen, dass wir den Europäischen Stabilitätsmechanismus als zweitbeste Lösung ein Stück weit nutzen, um ein Stück weit einen Europäischen Währungsfonds zu entwickeln", erklärte er. Der Schutzschirm ESM könne Europa voranbringen. (Reuters, 10.5.2017)

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