Ozeanologen: "Wir sind in einer Meereskrise"

10. Mai 2017, 13:05
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Deutliche Ausweitung von Schutzgebieten gefordert

Berlin – Überfischung, steigender Meeresspiegel, Plastikmüll: Das Handeln der Menschen setzt die Weltmeere einem neuen Bericht zufolge unter immer mehr Druck. "Wir sind dabei, den Ozean an den Rand des Kollapses zu treiben", sagte Barbara Unmüßig von der Grünen-nahen Heinrich-Böll-Stiftung am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung des "Meeresatlas". "Wir sind in einer Meereskrise."

Die Schäden seien teils bereits unumkehrbar. Die Fakten im Atlas kommen vor allem von Kieler Meereswissenschaftern. "Der Ozean ist dabei sich zu verändern", sagte der Sprecher des Exzellenzclusters "Ozean der Zukunft", Martin Visbeck vom Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung. Das betreffe insbesondere die vergangenen 50 Jahre.

Unmüßig forderte eine deutliche Ausweitung der Schutzgebiete – stark geschützt seien bisher nur knapp zwei Prozent der Flächen, für rund vier Prozent gebe es Schutzregelungen. Als Gefahr der kommenden Jahre sehen auch die Forscher den Tiefseebergbau. Hier sei ein Moratorium nötig, bevor erste Staaten etwa mit dem Abbau von Metallen wie Mangan begännen. Deren Vorkommen im Meer ist teils größer als an Land. Die Risiken in der hochsensiblen Tiefsee seien enorm und erhebliche Ökosystem-Schäden zu erwarten, sagte Visbeck. (APA, 10. 5. 2017)

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