Betrugsverdacht bei Internetwährung: Staatsanwaltschaft ermittelt

10. Mai 2017, 13:02
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Deutsche investierten hunderte Millionen in Onecoin

Anleger aus Deutschland haben hunderte Millionen in die Internetwährung Onecoin investiert: Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld wegen Betrugsverdachts. Der Sprecher der Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität, Klaus Pollmann, sagte der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch, die Behörde ermittle gegen sieben Beschuldigte aus dem Umfeld der Digitalwährung.

Anleger möglicherweise getäuscht

Der Vorwurf lautet auf gewerbs- und bandenmäßigen Betrug. Die "Süddeutsche Zeitung" hatte zuvor darüber berichtet. Die Ermittler prüfen unter anderem, ob Anleger durch falsche Darstellungen im Internet und auf Verkaufsveranstaltungen veranlasst wurden, ihr Geld in die sogenannte Kryptowährung zu investieren. Außerdem werde wegen eines möglichen Verstoßes gegen das Gesetz zur Beaufsichtigung von Zahlungsdienstleistungen ermittelt, sagte Pollmann.

Anleger, die in den Besitz von Onecoins kommen wollten, mussten nach Angaben der deutsche Bankenaufsicht BaFin Zahlungen auf wechselnde Bankkonten des Unternehmens IMS International Marketing Services in Greven überweisen, Von dort leitete die IMS die Gelder laut BaFin "im Auftrag von OneCoin LTD an Dritte insbesondere auch außerhalb Deutschlands weiter".

Kontensperre im April

Die BaFin hatte bereits im April eine sofort vollziehbare Kontensperre über die Konten der IMS verhängt und verfügt das Finanztransfergeschäft mit Onecoin-Anlegern sofort einzustellen. Außerdem untersagte die BaFin der Onecoin Ltd in Dubai und der OneLife Network Ltd in Belize, Geschäfte mit Onecoins in Deutschland zu machen. Insgesamt hatte die IMS laut BaFin zwischen Dezember 2015 und Dezember 2016 rund 360 Mio. Euro angenommen. Davon lagen bei Verhängung der Kontensperre noch rund 29 Mio. Euro auf den Konten.

Der Sprecher der Staatsanwaltschaft betonte, die Ermittlungen seien sehr komplex und schwierig. Deshalb könne das Verfahren sehr lange dauern. (APA/dpa, 10.5.2017)

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