Tirol: Lebenslange Haft wegen 20-fachen Mordes in Syrien

10. Mai 2017, 22:32
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Der 27-Jährige soll im syrischen Bürgerkrieg wehrlose Soldaten erschossen haben

Innsbruck – Ein 27-Jähriger ist am Landesgericht Innsbruck wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er soll im Syrien-Krieg als Mitglied einer Untergruppe der Freien Syrischen Armee gegen die Truppen von Bashar al-Assad gekämpft und dabei mindestens 20 verletzte und wehrlose Soldaten erschossen haben. Die Geschworenen sprachen ihn mit fünf zu drei Stimmen schuldig, das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Verhandlung musste nach Anfällen des Angeklagten im Februar und März zweimal vertagt werden. Dieser hatte sich zu Prozessbeginn nicht schuldig bekannt. Sein Geständnis vor Beamten des Landesamts für Verfassungsschutz, auf das sich die Anklage stützte, sei auf einen Übersetzungsfehler des Dolmetschers zurückzuführen, hatte er sich verteidigt.

Dolmetscher beharrt auf Aussagen

Der Dolmetscher betonte jedoch vor dem Geschworenengericht, dass der Angeklagte die Aussagen tatsächlich getätigt habe. "Er hat erzählt, dass er schwer verletzte Soldaten erschossen hat. Ich habe sogar noch einmal nachgefragt, und er hat es bestätigt", sagte der als Zeuge geladene Dolmetscher. Zum Schluss der Vernehmung sei das Protokoll auch noch einmal rückübersetzt worden, und der Angeklagte habe jede einzelne Seite unterschrieben.

Der Angeklagte, der vor seiner Flucht in einem palästinensischen Uno-Flüchtlingsquartier in Syrien gelebt hatte, beteuerte am ersten Verhandlungstag im Februar, niemanden getötet zu haben. Da er aber zusammen seine beiden Brüder an Demonstrationen gegen das Regime teilgenommen habe, hätten sie als Oppositionelle gegolten und seien verfolgt worden. "Das Regime hat meine Brüder umgebracht. Ich hatte eine Waffe, um meine Familie und mich zu verteidigen." (APA, red, 10.5.2017)

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