Tourismus verhilft Spanien zu kleinem Jobboom

9. Mai 2017, 18:00
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Dank Tourismusbooms gibt es wieder vermehrt Jobs, viele der neu abgeschlossenen Arbeitsverträge sind aber befristet

Die Zahl der Arbeitslosen in Spanien ist im April um fast 130.000 gesunken. Das ist laut Daten des Arbeitsministeriums der größte Rückgang in der jüngeren Geschichte. Im Jahresvergleich waren demnach im Berichtsmonat um 430.000 weniger Jobsuchende registriert, ein Rückgang von 10,9 Prozent.

Die Gründe für die Entspannung am Arbeitsmarkt haben auch mit dem boomenden Tourismus zu tun. Allein im touristischen Zentrum von Granada werden über Aushänge an Tapas-Bars und Geschäften vermehrt Kellner, Köche und Verkäufer gesucht. Im Dienstleistungssektor ging die Arbeitslosigkeit im April denn auch am deutlichsten zurück, gefolgt von der Landwirtschaft und der wieder erstarkenden Bauwirtschaft. Eine dringliche Maßnahme, die daher auf der Regierungsagenda steht, ist eine Kürzung der Sozialversicherungsabgaben im Tourismus um die Hälfte. Ziel ist, die hohe Saisonabhängigkeit der Angestellten im Sektor zu verringern.

Denn mehr als 90 Prozent der neu abgeschlossenen Arbeitsverträge sind befristet. Davon sind wiederum knapp ein Drittel Teilzeitverträge. Die aktuellen Erstquartalsdaten der sogenannten EPA-Erhebung (Umfrage der aktiven Bevölkerung) zeigen jedoch ein noch schwerwiegenderes Dilemma auf: Spanien ist in Sachen Arbeitslosigkeit zweigeteilt.

Während sich die Metropolregionen im Norden den EU-Durchschnittswerten annähern, zählen die Extremadura und Andalusien zu den Regionen mit der höchsten Arbeitslosigkeit der ganzen EU. (Jan Marot aus Granada, 9.5.2017)

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    foto: ap/stratenschulte
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