Wohnfläche: Kein Quadratmeter für ein Monatsgehalt

9. Mai 2017, 17:35
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Am meisten Wohnfläche gibt es für ein Monatsgehalt im schottischen Edinburgh. Wien liegt im Mittelfeld. Teuerstes Pflaster ist Bratislava

Amstetten/Wien – Wie lange man für die eigenen vier Wände arbeiten muss, ist in Europa höchst unterschiedlich. Einen guten halben Quadratmeter Wohnungsfläche kann sich ein österreichischer Arbeitnehmer zum Beispiel von seinem Monatsgehalt in der Bundeshauptstadt Wien kaufen. Vergleichsweise günstig, wie der Blick in die unmittelbare Nachbarschaft zeigt. Während in Wien ein Durchschnittseinkommen für 0,58 Quadratmeter reicht, bekommt man im benachbarten Bratislava für ein slowakisches Durchschnittseinkommen mit 0,36 Quadratmetern nur gut die Hälfte.

Bratislava am teuersten

Die slowakische Hauptstadt ist allerdings laut dem aktuellen "Remax Europe Housing Report" auch die teuerste unter allen europäischen Hauptstädten. Selbst wenn das Raster durchaus etwas grob ist, weichen doch die Preise innerhalb der Städte je nach Lage und Beschaffenheit stark voneinander ab, bietet der Index Orientierungshilfe: Gemessen am Durchschnittsmonatseinkommen der lokalen Bevölkerung (laut Eurostat) und den Quadratmeterpreisen für Wohnungen liegt Wien demnach im europäischen Mittelfeld. "Die Lage ist der entscheidende Preisfaktor, und im Zentrum ist es am teuersten", so Remax-Europa-Geschäftsführer Michael Polzler. "Während sich in Ländern wie Deutschland die Agglomerationsgebiete weiter ausdehnen, ziehen Jugendliche in Italien bevorzugt in die Innenstädte, um die Wegzeiten zu reduzieren."

In einer ähnlichen Preisklasse wie Wien liegen das finnische Helsinki mit 0,60, Berlin mit 0,61, Tallinn in Estland mit 0,62 und das schweizerische Basel mit 0,63 Quadratmetern pro Monatsgehalt. Erheblich teurer sind die Anschaffungskosten in dieser Betrachtungsweise in Valletta auf Malta mit 0,49 Quadratmeter Fläche. In Vilnius in Litauen sind es gar nur 0,48 Quadratmeter, in Bukarest 0,44 Quadratmeter, die man unter Einsatz eines Monatsgehaltes sein Eigen nennen kann. Noch bescheidener muss man im als teuer bekannten Paris mit 0,40 Quadratmetern und in Luxemburg mit 0,38 Quadratmetern sein.

Edinburgh am günstigsten

Interessanterweise bezahlen Österreichs nördliche und östliche Nachbarn vergleichsweise am meisten. Saftig sind die Preise nämlich nicht nur in Bratislava. Auch Prag ist ein teures Pflaster: Ein tschechisches Monatseinkommen reicht nur für 0,37 Quadratmeter.

Am meisten Wohnfläche bekommt man für sein Geld im schottischen Edinburgh mit immerhin 1,3 Quadratmetern für ein lokales Durchschnittsgehalt. Relativ günstig sind auch Madrid und Amsterdam (mit je 0,99 Quadratmetern) sowie Rom (0,83 Quadratmeter) und Lissabon (0,74 Quadratmeter).

Teilweise erheblich sind die Preisunterschiede naturgemäß auch zwischen dem Land und den Hauptstädten. Im europäischen Durchschnitt kostet ein Quadratmeter Wohnung in der Hauptstadt um 64 Prozent mehr als außerhalb. Die Ausreißer nach oben: In Prag kostet eine urbane Wohnung das 2,8-Fache und in Paris das 2,7-Fache. In Österreich ist es etwa das 1,2-Fache – ebenso in der Schweiz und in Portugal. (rebu, 10.5.2017)

Vergleichszahlen aus dem RE/MAX Europe Housing Report für Wohnungen und Häuser – in den Hauptstädten und am Land – getrennt für Kauf und Miete finden Sie hier.

  • Hohe Nachfrage, Niedrigzinsen und günstige Kredite sorgen weiter für steigende Immobilienpreise, vor allem in Städten. Am meisten Wohnfläche für sein Geld bekommt man im schottischen Edinburgh.
    foto: imago stock&people

    Hohe Nachfrage, Niedrigzinsen und günstige Kredite sorgen weiter für steigende Immobilienpreise, vor allem in Städten. Am meisten Wohnfläche für sein Geld bekommt man im schottischen Edinburgh.

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