Studie: Honigindustrie fördert indirekt Ausbreitung von Varroamilben

10. Mai 2017, 10:00
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Bienenhaltung im großen Stil kommt den parasitären Milben zugute, berichten US-Forscher

Tucson – Einige Methoden der kommerziellen Bienen- und Honigindustrie in den USA fördern die Ausbreitung der gefährlichen Varroamilbe. Das berichten US-Forscher im Fachjournal "Environmental Entomology". Anders als bei vereinzelten, wilden Bienenvölkern könnten sich die Milben – und mit ihnen todbringende Viren – besser ausbreiten, wenn eine große Zahl an Bienenstöcken eng zusammenstehe.

Auf dem Rücken von Bienen, die auf der Nahrungssuche in fremde Bienenstöcke eindringen, würden die Parasiten eingeschleppt und so von Stock zu Stock weitergegeben, schreibt Gloria DeGrandi-Hoffman vom Carl Hayden Bienen-Forschungszentrum in Tucson, Arizona). Sie hatte dazu mit Kollegen den Befall in einer großen Bienenzucht mit 120 Kolonien untersucht.

Einzelne Bienenvölker in der Natur oder einer kleinen Imkerei würden hingegen nach einem Varroa-Befall zwar möglicherweise sterben – mit ihnen aber auch die Milben. Auch könnten diese Völker regelmäßig ausschwärmen, ihre Bestände aufsplitten und so den Milbenbefall verringern, so die Forscher. "Unsere Arbeit zeigt, dass die bisherigen Methoden, Varroa zu kontrollieren, nicht länger brauchbar sind", sagte DeGrandi-Hoffman. (APA, 10.5.2017)

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