Atlético glaubt an das "Unmögliche" gegen Real

9. Mai 2017, 12:33
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Trainer Simeone: "Bin überzeugt, dass wir das schaffen können" – Hoffnung geben der 4:0-Sieg vom 7. Februar 2015 und das jüngste Rekord-Comeback von Barcelona

Madrid – Trotz 0:3-Rückstand gegen Titelverteidiger Real Madrid glaubt Atlético weiter an den Einzug ins Fußball-Champions-League-Finale am 3. Juni in Cardiff. "Ich bin überzeugt, dass wir das schaffen können", betonte Atlético-Trainer Diego Simeone vor dem Halbfinal-Rückspiel am Mittwochabend im heimischen Vicente-Calderon-Stadion, das vor dem Abriss im Sommer zum letzten Mal Europacup-Schauplatz ist.

"Uns steht ein extrem schweres Spiel am Mittwoch bevor. Für viele wäre eine solche Aufgabe unmöglich zu bewältigen, aber nicht für uns", bekräftigte der 47-jährige Argentinier Simeone. "Ich habe meinen Spielern gesagt, dass es sehr hart wird, dass wir es mit dem besten Team der Welt zu tun bekommen, das in jedem Spiel trifft, aber wir es trotzdem schaffen können. Ich bin überzeugt davon, denn sonst würde ich das nicht sagen."

Auf der Jagd nach einer Premiere

Atlético braucht eine historische Leistung, um noch anstelle von Real zum dritten Mal in den vergangenen vier Jahren ins Champions-League-Endspiel einzuziehen. Denn noch nie hat bisher ein Team selbst nach einem Zwei-Tore-Rückstand aus dem Hinspiel im Halbfinale noch den Aufstieg geschafft. Und bereits seit 7. Mai 1959 (1:0 im Meistercup-Halbfinal-Rückspiel) wartet Atlético auf einen Europacup-Sieg gegen Real, das bisher sämtliche vier K.o.-Duelle auf UEFA-Ebene mit Atlético für sich entschieden hat.

Vor 58 Jahren, als es noch keine Auswärtstorregel gab, zogen die Königlichen mit einem 2:1 im Entscheidungsspiel ins Endspiel ein. In der Champions League 2014 (4:1 n.V.) und 2016 (5:3 i.E. nach 1:1 n.V.) feierten Superstar Cristiano Ronaldo, der in der Vorwoche mit seinem Triple-Pack beim 3:0 der große Matchwinner war, und seine Kollegen jeweils Finaltriumphe über Atlético, das dazwischen auch in einem engen Viertelfinale 2015 mit dem Gesamtscore von 0:1 das Nachsehen hatte.

Vorbild FC Barcelona

Das Simeone-Team schöpft vor allem aus dem 7. Februar 2015 Hoffnung auf die Sensation. Damals demontierten die "Colchoneros" den Stadtrivalen im Meisterschaftsspiel im Vicente Calderon mit 4:0. "Natürlich können wir das schaffen. Schaut, was Barcelona nach einem noch schlechteren Resultat erreicht hat", erinnerte Atlético-Kapitän Gabi auch noch an das jüngste Rekord-Comeback von "Barca", das am 8. März mit einem 6:1-Heimsieg sogar nach einer 0:4-Hinspiel-Niederlage gegen Paris St. Germain noch den Aufstieg ins Champions-League-Viertelfinale perfekt gemacht hatte.

Sollte Real wie in den jüngsten 60 Pflichtspielen erneut zumindest einen Treffer erzielen, dann bräuchte Atlético bereits einen 5:1-Erfolg, um dem Traum vom ersten Titel im wichtigsten Europacup-Bewerb am Leben zu erhalten. Der vom 44-jährigen Franzosen Zinedine Zidane betreute Rekordsieger (11) könnte dagegen mit der ersten erfolgreichen Titelverteidigung der 25-jährigen Champions-League-Geschichte bereits das Dutzend vollmachen.

"Real Madrid hat eine ganz spezielle Verbindung mit diesem Bewerb. In der Champions League für Madrid zu spielen, da bekommst du eine Gänsehaut", betonte Reals Flügelspieler Lucas Vazquez, der mit Real auch in der Meisterschaft auf Titelkurs liegt. "Jedes Spiel gegen Atlético ist schwierig, weil sie ein tolles Team sind, aber wir wissen, wie man sie schlägt." Vor allem in der Champions League. (APA; 9.5.2017)

Champions League, Halbfinal-Rückspiel:
Mittwoch, 20.45 Uhr (live ORF eins, ZDF und Sky)

Technische Daten und mögliche Aufstellungen

Atlético Madrid – Real Madrid (Madrid, Estadio Vicente Calderon, SR Cakir/TUR – Hinspiel: 0:3)

Atlético: Oblak – Thomas, Savic, Godin, Filipe Luis – Koke, Gabi, Niguez, Carrasco – Griezmann, Gameiro

Ersatz: Moya – A. Rodriguez, Hernandez, Tiago, Correa, Gaitan, Torres

Es fehlen: Vrsaljko (Knieverletzung), Juanfran (Kniesehne), A. Fernandez (im Aufbautraining nach Kreuzbandriss)

Fraglich: Gimenez (Trainingsrückstand nach Adduktorenproblemen)

Real: Navas – Nacho, Ramos, Varane, Marcelo – Kroos, Casemiro, Modric – Isco – Benzema, C. Ronaldo

Ersatz: Casilla – Danilo, Asensio, Kovacic, J. Rodriguez, Morata, Vazquez

Es fehlen: Carvajal (Achillessehnenverletzung), Pepe (Rippenbruch), Bale (Wadenverletzung)

Der Aufsteiger trifft im Finale am 3. Juni in Cardiff auf den Sieger aus Juventus Turin – AS Monaco (Hinspiel: 2:0, Rückspiel am heutigen Dienstagabend)

  • Atlético-Coach Diego Simeone (li) vermittelt, an das schier Unmögliche zu glauben. Real und Trainer Zinédine Zidane (re) sind nach dem 3:0 im Hinspiel jedoch kaum mehr vom Finaleinzug abzuhalten.
    foto: apa/afp/curto de la torre/christ

    Atlético-Coach Diego Simeone (li) vermittelt, an das schier Unmögliche zu glauben. Real und Trainer Zinédine Zidane (re) sind nach dem 3:0 im Hinspiel jedoch kaum mehr vom Finaleinzug abzuhalten.

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