Ubuntu-Hersteller Canonical bereitet Börsengang vor

9. Mai 2017, 12:18
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Mark Shuttleworth bestätigt entsprechende Pläne – Fokus künftig auf Cloud und Internet der Dinge

Als Ubuntu vor einigen Wochen die Streichung der Mobilfunkvariante sowie die Rückkehr auf GNOME am Desktop verkündete, sorgte dies nicht nur für gehörige Aufregung in der Linux-Welt, sondern auch für Spekulationen über die Motivation hinter diesem Schritt. Nun bringt Firmengründer Mark Shuttleworth selbst Licht in die Angelegenheit.

Klarstellung

Am Rande des Open Stack Summit bestätigte Shuttleworth gegenüber ZDNet, dass man den Ubuntu-Hersteller Canonical mit der strategischen Neuausrichtung fit für einen Börsengang machen will. Das bedeutet vor allem die Reduktion der eigenen Bemühungen in nicht funktionierenden Geschäftsbereichen. Und dazu gehört eben die Consumer-Sparte, allen voran die wenig erfolgreichen Smartphone-Bemühungen.

Cloud

Der künftige Fokus soll also auf Bereichen wie Cloud Computing liegen, wo Ubuntu laut Shuttleworth längst zum De-facto-Standard geworden sei. Auch im Bereich Internet der Dinge sieht er eine große Zukunft für die Linux-Distribution. Gleichzeitig betont der designierte Canonical-CEO, dass der Desktop weiter wichtig für Ubuntu bleiben werde, immerhin sei dieser die Grundlage für all die eigenen Entwicklungen.

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Ein weiteres aktuelles Interview mit Mark Shuttleworth.

Neue Ausrichtung

Für Fans der Ubuntu-Desktop-Version dürften solche Aussagen trotzdem nicht allzu vertrauenerweckend klingen. Mit dem Blick auf den Börsengang hat Canonical nämlich auch die Investitionen in den Desktop massiv reduziert. Statt Eigenentwicklungen wolle man den vom GNOME-Projekt gelieferten Desktop künftig weitgehend unverändert übernehmen, hieß es schon zu einem früheren Zeitpunkt. Bereits für das kommende Ubuntu 17.10 soll dieser Wechsel vollzogen werden. (Andreas Proschofsky, 9.5.2017)

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