Weniger Angriffe auf Flüchtlingsunterkünfte in Deutschland

9. Mai 2017, 05:58
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Linke: Kein Anlass für Entwarnung

Berlin – Die Angriffe auf Asylbewerberheime in Deutschland sind einem Bericht zufolge auf einen Stand unterhalb der Zeit vor der Flüchtlingskrise 2015 zurückgegangen. Im ersten Quartal habe das Bundeskriminalamt (BKA) 93 Attacken auf Flüchtlingsunterkünfte gezählt.

Das berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf eine Antwort des Bundesinnenministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion. Im ersten Quartal 2015 waren 106 Angriffe registriert worden. Nach dem starken Flüchtlingszuzug 2015 hatte es in Deutschland einen sprunghaften Anstieg von fremdenfeindlichen Anschlägen und Überfällen auf Flüchtlingsunterkünfte gegeben. Allein im Gesamtjahr 2015 wurden mehr als tausend Anschläge registriert, 2016 waren es knapp tausend.

Zu den Angriffen werden etwa Überfälle, Sprengstoffanschläge, Brandstiftung sowie Körperverletzung gezählt. Im ersten Quartal 2017 hatten nach Ministeriumsangaben 86 der 93 Anschläge einen rechtsradikalen Hintergrund. Außerhalb der Unterkünfte gab es 318 Angriffe auf Asylbewerber und Flüchtlinge. Bei den Gewalttaten wurden im ersten Quartal 47 Menschen verletzt, darunter zwei Kinder.

Nach Ansicht der Linken-Abgeordneten Ulla Jelpke gibt es trotz des Rückgangs der Angriffe keinen Anlass für Entwarnung. "Gewalt und Alltagsterror gegen Geflüchtete scheinen zur Normalität in Deutschland zu werden", sagte sie der "Neuen Osnabrücker Zeitung". "Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass Flüchtlinge in diesem Land Tag für Tag Opfer neonazistischer oder rassistischer Anfeindungen und Angriffe werden." Die Linke fordere seit langem ein umfassendes Konzept der Bundesregierung gegen diese Bedrohung. (APA, 9.5.2017)

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