EU-Bürger scheuen sich vor Jobs in Großbritannien

9. Mai 2017, 10:23
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Nach dem Brexit-Votum im Juni 2016 hat das Pfund deutlich an Wert verloren und damit für eine steigende Inflation gesorgt

London – Britischen Unternehmen stehen einer Studie zufolge wegen des anstehenden Austritts aus der Europäischen Union immer weniger Arbeitskräfte aus der EU zur Verfügung. Betroffen seien insbesondere die Lebensmittelbranche und das Gesundheitswesen, teilte der Branchenverband REC am Dienstag mit.

"Die Pfund-Schwäche und die Unsicherheit über zukünftige Einwanderungsgesetze schreckt einige EU-Bürger davon ab, in Großbritannien Stellen anzunehmen", erklärte REC-Chef Kevin Green. Allgemein stünden britischen Firmen für ihre offenen Stellen so wenige Arbeitskräfte zur Verfügung wie seit 16 Monaten nicht mehr.

Geld zusammenhalten

Zudem halten die britischen Verbraucher beim Einkaufen ihr Geld zusammen. Die Konsumenten seien beim Shoppen sparsamer, kauften billigere Eigenmarken-Produkte aus Supermärkten und schränkten ihre Ausgaben beim Kauf von Erzeugnissen außer Lebensmitteln ein, teilte der Einzelhandelsbranchenverband BRC mit. "Da sich Zeichen für eine langfristige Abkühlung zeigen, ist der Ausblick nicht rosig", sagte BRC-Chefin Helen Dickinson. Im April sei der Einzelhandelsumsatz zum Vorjahr zwar um 6,3 Prozent gestiegen und damit so stark wie seit sechs Jahren nicht mehr. Das Plus dürfe aber nicht überbewertet werden, da die unterschiedliche Lage der Osterferien für eine statistische Verzerrung sorge.

Nach dem Brexit-Votum im Juni 2016 hat das Pfund deutlich an Wert verloren und damit für eine steigende Inflation gesorgt. Dies dämpft die Kaufkraft der Briten. Das Wachstum der gesamten Wirtschaft hat sich Anfang 2017 bereits mehr als halbiert. (APA, Reuters, 9.5.2017)

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