Aung San Suu Kyi mit höchstem Londoner Orden ausgezeichnet

8. Mai 2017, 21:40
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Aktivisten machen auf Unterdrückung der Rohingya in Myanmar aufmerksam

London – Myanmars faktische Regierungschefin Aung San Suu Kyi ist mit dem höchsten Orden der Stadt London ausgezeichnet worden. Die Friedensnobelpreisträgerin nahm am Montag im Rathaus der britischen Hauptstadt die Auszeichnung "Honorary Freedom" entgegen. Die Ordensverleihung wurde von Protesten gegen die Unterdrückung des Rohingya-Volkes in Myanmar begleitet.

Die Stadt London würdigte Suu Kyi für ihren "langjährigen gewaltfreien Kampf für Demokratie und ihren unerschütterliches Engagement, eine Gesellschaft aufzubauen, in der Menschen in Frieden, Sicherheit und Freiheit leben können". Vor dem Rathaus demonstrierten unterdessen rund 40 Aktivisten für die Rechte der Rohingya und für die Freilassung politischer Gefangener.

Suu Kyi lehnte Rohinga-Untersuchung ab

Die Angehörigen der muslimischen Rohingya-Minderheit besitzen trotz ihrer Verwurzelung in Myanmar keine Staatsbürgerschaft und gelten offiziell als Einwanderer aus Bangladesch. Suu Kyi hatte vergangene Woche eine Untersuchung des UN-Menschenrechtsrates zum Umgang der myanmarischen Behörden mit den Rohingya abgelehnt.

Bevor sie im Zuge politischer Reformen de facto das wichtigste Mitglied der Regierung Myanmars wurde, hatte Suu Kyi jahrzehntelang gegen die Militärjunta aufbegehrt. Sie wurde dafür ins Gefängnis gesperrt und unter Hausarrest gestellt. Im Westen genießt sie hohes Ansehen. Derzeit reist sie durch Europa. Am Freitag hatte sie in London Königin Elizabeth II. und Prinz Charles getroffen, weitere Stationen waren bereits Belgien, Italien und der Vatikan. In Brüssel kam sie auch mit Vertretern der EU-Spitze zusammen. (APA, 8.5.2017)

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