Jugend-Life-Ball zur Aufklärung über Aids

8. Mai 2017, 15:48
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Gery Keszler organisiert eine Party als Belohnung für die Peer-Bildung

Wien – Ein Mädchen steht in einem Konferenzraum des Wiener Hotels Hilton vor einem Flipchart. Darauf sammelt sie mit rund 20 anderen Jugendlichen verschiedene Verhütungsmöglichkeiten. Die Mädchen und Buben sollen hier zu sogenannten "Peers" im Themenbereich HIV/Aids und Sexualität ausgebildet werden.

Bis jetzt haben rund 60 Jugendliche aus Wien und Umgebung die Workshops im Rahmen von "Life Ball Next Generation" besucht, die in Kooperation mit der Organisation Jugend gegen Aids abgehalten werden. Das Ziel: Die Schüler sollen künftig selbst in der Schule und in ihrem Freundeskreis über Sexualität und die dadurch übertragbaren Krankheiten aufklären können. Die Belohnung dafür: Jeder, der bei einem Workshop mitgemacht hat, bekommt ein Gratisticket zum Life Ball für 16- bis 18-Jährige. Dieser findet zum ersten Mal am 11. Juni, dem Tag nach dem offiziellen Ball, statt. Dort können 2.500 Jugendliche von 17 bis 2 Uhr im Rathaus feiern. Das Motto der Veranstaltung: "Recognize the danger" – also Erkenne die Gefahr.

Denn unter Jugendlichen würde das Thema verharmlost, erklärte Life-Ball-Organisator Gery Keszler am Montag vor Journalisten. Um dem entgegenzuwirken, habe man die Idee für den "Jugend-Life-Ball" entwickelt.

Laut der Erfahrung von Daniel Nagel von Jugend gegen Aids hätten die Jugendlichen drei Assoziationen mit HIV/Aids: "Schwul, Afrika und Drogen – Dinge, die sie nicht selbst betreffen." Er wolle, dass "die Next Generation die Verantwortung selbst in die Hand nimmt", sagte Nagel.

Information zur Aids-Prävention

Unterstützt wird die Initiative von den Ministerien für Gesundheit und Bildung. "Information und Prävention können nicht früh genug beginnen", sagte Bildungsministerin Sonja Hammerschmid (SPÖ). Sexualpädagogik sei zwar in jedem Lehrplan vorgeschrieben, am besten würde aber das Peer-Learning funktionieren, also das Lernen auf Augenhöhe von und mit Gleichaltrigen oder Personen in derselben Lebenslage.

"HIV/Aids und Homosexualität sind nach wie vor Stigmata", sagt Clemens Auer, Sektionschef im Gesundheitsministerium: "Die Zeiten sind besser geworden, aber das Bewusstsein, dass es sich bei HIV/Aids um eine tödliche Krankheit handelt, ist schlechter geworden." Laut einem Bericht der Kinderschutzorganisation Unicef infizierten sich 2015 weltweit etwa 250.000 Jugendliche zwischen 15 und 19 Jahren mit HIV, "Tendenz steigend". (Oona Kroisleitner, 8.5.2017)

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