Australische Behörden vernichteten historische Pflanzensammlung aus Paris

8. Mai 2017, 12:55
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Sendung aus Frankreich wurde vom Zoll gestoppt und ohne weitere Überprüfung sicherheitshalber vernichtet – Wissenschafter sind bestürzt

Sydney – Aus Sorge vor der Einschleppung gefährlicher Krankheiten haben die australischen Behörden versehentlich eine historische Pflanzensammlung aus Frankreich zerstört. Dabei handelte es sich um getrocknete und gepresste Pflanzen des Naturgeschichtlichen Nationalmuseums (Musee National d'Histoire Naturelle) in Paris, von denen die ältesten aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammen.

Nach Angaben des australischen Landwirtschaftsministeriums wurde die Lieferung vom Zoll gestoppt und schließlich verbrannt. Die Pflanzen seien Anfang des Jahres mit einem Paket angekommen, ohne dass auf die Bedeutung hingewiesen worden wäre. Die Sammlung war eigentlich für ein Museum in Brisbane an der australischen Ostküste bestimmt.

Die australische Botanikerin Michelle Waycott von der Universität Adelaide zeigte sich bestürzt. "Das waren buchstäblich unersetzbare Sammlungen von großem historischen und wissenschaftlichen Wert." Australien gehört zu den Ländern mit den weltweit strengsten Schutzregeln bei der Einfuhr von Tieren und Pflanzen.

Auf der Verpackung der Sammlung sei lediglich ein Wert von zwei australischen Dollar (etwa 1,35 Euro) angegeben gewesen, hieß es vom Ministerium. Weil Papiere gefehlt hätten, sei das Paket beschlagnahmt und schließlich vernichtet worden.

Nach Waycotts Angaben wurde erst vor wenigen Wochen eine Pflanzensammlung aus Neuseeland vom australischen Zoll vernichtet. Das Ministerium kündigte an, die Quarantäne-Bestimmungen überprüfen zu lassen. (APA, 8.5.2017)

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