Was tun, damit der rechte Spuk ganz vorübergeht?

Blog mit Video7. Mai 2017, 21:29
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Arschknapp – wie Alexander Van der Bellen sagen würde – war das jetzt nicht gerade. Rund 65 Prozent für Emanuel Macron, etwa 35 Prozent für Marine Le Pen. Das ist schon etwas mehr als das erwartet klare Ergebnis für Macron. Das ist eine krachende Niederlage für die radikale Rechte.

Dennoch gibt es keinen Grund, jetzt in Jubelchöre auszubrechen oder gar Entwarnung zu geben.

Denn erstens sind knapp 35 Prozent für eine ultrarechte Kandidatin auch nicht gerade wenig.

Und zweitens wird nun im französischen Parteiensystem kein Stein auf dem anderen bleiben. Macron wird wohl eine Neugruppierung Mitte-Links versuchen, von der Art der US-Demokraten, also eine progressive Bewegung der Mitte. Das kann längerfristig ein Erfolg werden, muss es aber nicht. Der Front National ist angeschlagen, aber es ist nicht gesagt, dass er sich nicht doch als Schlüsselpartei rechts der Mitte etablieren kann.

Vor allem aber: Das Modell Macron ist kein Modell dafür, wie die Wütenden, Verdrossenen, wie diejenigen, die sich zu Recht als Verlierer und Vergessene fühlen, wieder für demokratische Parteien gewonnen werden können.

Und das ist die eigentliche Aufgabe, vor der die progressiven Parteien stehen – und zwar überall. (Robert Misik, 7.5.2017)

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