"Steuergeschenk für Reiche": Buffett kritisiert Abkehr von Obamacare

7. Mai 2017, 11:09
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Milliardär kritisiert steigende Gesundheitskosten in den USA

Omaha (Nebraska) – Der Investor und Milliardär Warren Buffett hat die geplante Abschaffung der Gesundheitsreform "Obamacare" in den USA kritisiert und als "Steuergeschenk für Reiche" bezeichnet. Er alleine hätte im vergangenen Jahr um 17 Prozent weniger Bundessteuern zahlen müssen, wenn das geplante Gesetz damals in Kraft gewesen wäre.

"Das ist eine große Steuerersenkung für Typen wie mich", meinte er am Samstag beim jährlichen Aktionärstreffen seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska laut der Nachrichtenagentur Reuters. "Und bei einer Steuersenkung steigt entweder das Defizit oder sie holen sich das Geld von jemand anders."

Durch das von den Republikanern geplante Gesetz zur Abschaffung des "Affordable Care Act", wie Obamacare offiziell heißt, werden auch die Steuern zur Finanzierung des von Barack Obama eingeführten Gesundheitssystems großteils abgeschafft. US-Präsident Donald Trump hat sich zur Aufgabe gemacht, die Gesundheitsreform seines Vorgängers im Weißen Haus abzuschaffen.

Steigende Kosten wie "Bandwurm"

Die Republikaner sind gegen eine staatlich angeordnete Krankenversicherungspflicht und gegen Milliarden-Subventionen in das Versicherungssystem. Die Demokraten argumentieren, dass durch Obamacare 20 Millionen zuvor unversicherte US-Bürger eine Gesundheitsversicherung erhalten haben. Die Reform habe tausende Menschenleben gerettet, weil es Versicherungen nicht länger erlaubt war, Versicherte mit Vorerkrankungen abzulehnen.

Buffett kritisierte auch, dass die Kosten für das Gesundheitssystem in den USA viel stärker steigen würden als in anderen Ländern. Diese Kosten würden die US-Wirtschaft wie ein "Bandwurm" auffressen und die Wettbewerbsfähigkeit schwächen.

Buffett hat im Wahlkampf die Kandidatin der Demokraten, Hillary Clinton, unterstützt. Laut dem Wirtschaftsmagazin Forbes ist er mit einem Vermögen von 74,3 Milliarden Dollar (67,8 Milliarden Euro) der viertreichste Mensch der Welt. Buffett setzt sich seit längerem für eine stärkere Besteuerung der Reichen in den USA ein. Seine eigene Steuerquote sei niedriger als die seiner Sekretärin, gab der Milliardär zu bedenken. (APA, 7.5.2017)

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