St. Pölten verliert auch in Graz

6. Mai 2017, 21:02
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Sturm nach Blitzstart 3:2-Sieger – Niederösterreicher nur noch einen Punkt vor Schlusslicht Ried

Graz – Der SK Sturm hat im Dreikampf um die Europa-League-Startplätze wieder angeschrieben. Nach zuletzt zwei Niederlage in Serie siegten die Grazer am Samstag gegen Abstiegskandidat St. Pölten mit 3:2 (2:1). Die Steirer stießen zumindest bis zum Sonntag-Spiel zwischen Altach und der Austria auf Rang drei vor. St. Pölten liegt vier Runden vor Saisonende indes nur noch einen Zähler vor Schlusslicht Ried.

Schon nach fünf Minuten lag Sturm nach Toren von Stefan Hierländer (4.) und Deni Alar (5./16. Saisontor) mit 2:0 voran, musste aber bis zum Ende um den fünften Heimsieg im Frühjahr zittern. Daniel Schütz (30.) brachte St. Pölten heran, auch nach dem 3:1 durch Marc Andre Schmerböck (57.) konnten die Gäste noch einmal durch Daniel Petrovic (61.) verkürzen. St. Pölten rannte danach erfolglos an.

Die Partie vor knapp 9.000 Zuschauern verlief von Beginn an turbulent. St. Pölten tauchte Sekunden nach Ankick in der Merkur Arena durch Cheikhou Dieng im Strafraum der Grazer auf. Fünf Minuten später liefen die Niederösterreicher aber einem Zwei-Tore-Rückstand hinterher.

Es ging schnell

Hierländer war zunächst per Kopf zur Stelle, nachdem St. Pöltens Martin Grasegger eine Schmerböck-Hereingabe unfreiwillig verlängert hatte. Dann profitierte Alar von einem völlig verunglückten Rückpass von Babacar Diallo und schloss elegant ab. Doppelt bitter für St. Pölten war, dass die Gäste zuvor vergeblich ein Elfervergehen an Lonsana Doumbouya reklamierten. Sturm hatte zuletzt vor fast 40 Jahren (10. Mai 1977) im Oberhaus so schnell vorgelegt.

Der Mannschaft von Franco Foda tat der rasche Vorsprung jedoch nicht gut. Sturm zog sich zurück, überließen St. Pölten das Spielgeschehen weitgehend. Die Elf von Jochen Fallmann investierte mehr in die Partie. Nach einer halben Stunde war es soweit. Der anstelle des erkrankten Kevin Luckassen aufgebotene Doumbouya schickte Dieng, dessen Querpass Schütz über die Linie drückte. In dieser Szene sah die Sturm Abwehr alles andere als gut aus.

Es ging nichts mehr

St. Pölten fand durch Paul Pirvulescu sogar die Möglichkeit auf den Ausgleich (37.) vor, Sturm hätte dennoch mit einen klareren Vorsprung in die Kabine gehen müssen. Schmerböck überlistete die Abseitsfalle, scheiterte alleine vor Christoph Riegler aber am SKN-Keeper (41.).

Fast unmittelbar nach Wiederanpfiff hatte Schmerböck die erste Chance zur Wiedergutmachung. Erneut alleine vor Riegler schoss er am Tor vorbei. Gegen defensiv zu viele Räume bietende St. Pöltner durfte es der Linksaußen aber noch einmal versuchen. Aus deutlich schwierigerer Position zog Schmerböck mit links ins lange Eck zum 3:1 ab.

St. Pölten bewies jedoch Moral. Die "Wölfe" kamen nach seiner Standardsituation wieder heran, Petrovic traf nach einer Ecke per Kopf. Sturm musste in Folge bis zum Schlusspfiff um den Dreier zittern. Die beste Möglichkeit auf den Ausgleich fand Doumbouya in der 78. Minute vor, der wenige Meter vor Sturms Tor einen Schritt zu spät kam. St. Pölten ist nun vier Spiele sieglos und hat drei davon verloren. (APA, 6.5.2017)

SK Sturm Graz – SKN St. Pölten 3:2 (2:1). Graz, Merkur Arena, 8.879, SR Grobelnik

Tore: 1:0 ( 4.) Hierländer, 2:0 ( 5.) Alar, 2:1 (30.) Schütz, 3:1 (57.) Schmerböck, 3:2 (61.) Petrovic

Sturm: Gratzei – Koch, Maresic, Schulz, Lykogiannis – Piesinger, Jeggo – Hierländer, Atik (71. Horvath), Schmerböck (92. Potzmann) – Alar (85. Zulechner)

St. Pölten: Riegler – Grasegger, Diallo, Petrovic, Mehremic – Schütz (64. Korkmaz), Ambichl, Martic (59. Perchtold), Pirvulescu (75. Drazan) – Doumbouya, Dieng

Gelbe Karten: Doumbouya, Mehremic

Stimmen

Franco Foda (Trainer Sturm): "Es war ein sehr intensives Spiel. Wir haben die Fehler des Gegners zu Beginn eiskalt ausgenutzt. Nach dem 2:0 waren wir zu euphorisch und hätten kompakter stehen müssen. Wir hätten schon nach dem 2:0 und 3:1 den Sack zumachen müssen."

Deni Alar (Torschütze Sturm): "Das 2:0 hätte uns Sicherheit geben müssen. Wir haben aber die Chancen nicht genutzt und so das Spiel wieder spannend gemacht. Wir haben vor allem gegen die langen Bälle von St. Pölten schlecht agiert."

Marc Andre Schmerböck (Torschütze Sturm): "Ich habe mich über die vergebenen Chancen sehr geärgert. Ich hatte zu viel Zeit zum Nachdenken. Beim dritten Versuch habe ich nicht nachgedacht, dann hat es funktioniert."

Jochen Fallmann (Trainer St. Pölten): "Wir hatten schon in der 1. Minute eine Riesenchance, haben wie in den letzten Spielen dann aber wieder individuelle Fehler gemacht. Wir sind zweimal wieder zurück ins Spiel gekommen, hatten dann Möglichkeiten, auch ein Unentschieden zu erreichen. Wir haben aber noch alles in eigener Hand. Ich werde mit positivem Beispiel voran gehen. Wir werden positiv nach vorne schauen."

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