Aktionärsvertreter wollen SAP-Aufsichtsrat Entlastung verweigern

6. Mai 2017, 17:57
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Aus Protest gegen hohe Vorstandsgehälter

Beim deutschen Softwarekonzern SAP begehren Aktionärsvertreter vor der Hauptversammlung am Mittwoch gegen die millionenschweren Vorstandsgehälter auf. "Wir werden gegen die Entlastung des Aufsichtsrates stimmen, weil wir erhebliche Bedenken bezüglich des Vergütungssystems haben und diese vom Aufsichtsrat ignoriert wurden", sagte Hans-Christoph Hirt vom britischen Investor Hermes

Rote Linien

Die maximal mögliche Vergütung von bis zu 41 Millionen Euro durch Erfolgsboni sei unangemessen hoch. Es gebe "rote Linien", die Konzerne nicht überschreiten sollten, sagte Hirt dem Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" vom Samstag. Auch die Aktionärsvertretung ISS empfiehlt ihren Kunden dem Bericht zufolge, den Aufsichtsrat nicht zu entlasten.

SAP-Chef Bill McDermott hatte im vergangenen Jahr Daimler-Chef Dieter Zetsche als Spitzenverdiener unter den Dax-Konzernen abgelöst. Mit rund 15 Millionen Euro fiel seine Vergütung wegen mehrjähriger Bonusprogramme fast drei Mal so hoch aus wie im Jahr davor. Damit lag der Vorstandschef des Softwarekonzerns aber noch weit hinter seinem Kollegen Larry Ellison, der als Chef des SAP-Rivalen Oracle, umgerechnet knapp 40 Millionen Euro einkassierte.

Millionen-Vergütungen unter den Beschuss

Die Millionen-Vergütungen der Unternehmenschefs geraten immer häufiger unter den Beschuss der Aktionäre. Auf der Generalversammlung der Credit Suisse hatten die Aktionäre vergangenen Woche mit nur 58 Prozent den Vergütungsbericht gebilligt. Sie stießen sich daran, dass Konzernchef Tidjane Thiam trotz eines Verlustes von 2,7 Milliarden Franken (2,49 Mrd. Euro) immer noch ein Grundgehalt und Bonus von insgesamt 10,2 Millionen Franken (9,41 Mio. Euro) erhielt. (APA, 6.5. 2017)

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