Merkel verteidigt Vorgehen der Nato im Umgang mit Russland

6. Mai 2017, 14:40
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Deutsche Kanzlerin widerspricht Eindruck der Konzentration auf Bündnisverteidigung

Berlin – Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat das Vorgehen der Nato im Umgang mit Russland verteidigt. Die Annexion der Krim und die Auseinandersetzungen in der Ostukraine hätten die baltischen Staaten sowie Polen verunsichert, sagte Merkel am Samstag in ihrem neuen Video-Podcast. Es gehe von Seiten der Nato darum, Stärke, aber auch Gesprächsbereitschaft zu zeigen.

Auf deutscher Seite sei darauf geachtet worden, einerseits zu zeigen, dass "uns die Bereitschaft zur Verteidigung des gesamtes Bündnisgebietes sehr wichtig" ist, sagte Merkel etwa mit Blick auf die Stationierung von Nato-Soldaten im Baltikum. Anderseits sei es ihr auch sehr wichtig gewesen, "den Gesprächsfaden mit Russland nicht abreißen zu lassen".

Merkel widersprach dem Eindruck, die Nato konzentriere sich seit 2014 wieder stärker auf die Bündnisverteidigung. Die Nato habe innerhalb wie außerhalb des Bündnisgebietes Aufgaben, sagte die deutsche Kanzlerin und verwies etwa auf den Einsatz in Afghanistan.

Sie sprach sich überdies gegen eine regionale Aufteilung der Zuständigkeiten innerhalb der NATO aus. Sie sei dagegen, dass Aufgaben im amerikanischen Bereich von Kanada und den USA und Aufgaben im europäischen Bereich von den europäischen Partnern erfüllt würden. "Ich glaube, dass wir das nicht so aufteilen sollten", sagte die Kanzlerin. Die Nato müsse als transatlantisches Bündnis in all ihren Facetten und ihren Aufgaben auch als Nato präsent sein.

Merkel zeigte sich zudem offen für die Bildung von Koalitionen bei der Terrorismusbekämpfung. "Wenn wir jetzt zum Beispiel an Syrien denken und an den Kampf gegen den islamistischen Terrorismus, halte ich es für richtig, dass wir Koalitionen bilden, in denen auch die regionalen Kräfte mit enthalten sind, also zum Beispiel die Golfstaaten oder andere." Wenn die Nato nicht allein auftrete, sondern sich Koalitionen von Mitgliedstaaten bildeten, die auch regionale Kräfte mit hineinnähmen, sei das zielführender. (APA/AFP, 6.5.2017)

  • Es gehe von Seiten der Nato darum, Stärke, aber auch Gesprächsbereitschaft zu zeigen, sagte Merkel.
    foto: ap / schreiber

    Es gehe von Seiten der Nato darum, Stärke, aber auch Gesprächsbereitschaft zu zeigen, sagte Merkel.

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