Schiff mit 394 Flüchtlingen und einer Leiche erreichte Sizilien

    6. Mai 2017, 10:31
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    Ein Teenager soll laut Augenzeugenberichten von einem Schlepper erschossen worden sein

    Catania – 394 Flüchtlinge sind am Samstagvormittag im Hafen der sizilianischen Stadt Catania eingetroffen. Sie waren am Freitag vom Schiff "Phoenix" der Hilfsorganisation MOAS im Mittelmeer gerettet worden. An Bord des Schiffes befand sich auch die Leiche eines Jugendlichen.

    Der Teenager soll mit einer Pistole erschossen worden sein. "Zeugen berichteten, dass er erschossen wurde, weil er einem Schlepper seine Baseball-Kappe nicht geben wollte", betonte MOAS-Gründerin Regina Catrambrone. Die auf Malta beheimatete Hilfsorganisation ist wegen des Verdachts der Verstrickungen mit Schleppern in den vergangenen Tagen unter Druck geraten.

    3000 Flüchtlinge gerettet

    "Ich kenne den sizilianischen Staatsanwalt nicht, der den Verdacht gegen uns erhoben hat. Ich bin aber gern bereit, ihn zu treffen", so Catrambone in einem Radiointerview. 3.000 Flüchtlinge sind am Freitag an nur einem Tag aus dem Mittelmeer gerettet worden. Die Menschen seien bei rund 20 Einsätzen geborgen worden, sagte ein Sprecher der italienischen Küstenwache am Freitagabend.

    Am Freitag hatte die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen sechs Leichen nach Sizilien gebracht. Diese seien vermutlich mehrere Tage vor der libyschen Küste im Wasser getrieben, teilte die Organisation mit. In diesem Jahr sind bereits mehr als 1.000 Flüchtlinge im Mittelmeer ums Leben gekommen. (APA, 6.5.2017)

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