Pfeifenberger: "Rapid-Abstieg nicht undenkbar"

5. Mai 2017, 15:44
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Rapid ist im Abstiegskampf gegen den WAC gefordert. Djuricin: "Nicht panisch oder hypernervös werden" – Schaub vor Comeback

Wien/Wolfsberg – Angesichts der aktuellen Misere könnte es für Rapid wohl angenehmere Gegner als den WAC geben. In den zwölf Liga-Duellen mit den Kärntnern vor dem Heimspiel am Samstag reichte es für die Hütteldorfer nur zu einem Sieg, die jüngsten beiden Partien gingen verloren. Damit der Rekordmeister nicht vollends im Abstiegskampf der Fußball-Bundesliga versinkt, sollte dieser Trend tunlichst gestoppt werden.

Warum es gegen die Wolfsberger nicht klappt, weiß selbst Trainer Goran Djuricin nicht genau. "Anscheinend ist der WAC gegen uns immer topmotiviert", vermutete der 42-Jährige. Als belastend empfindet der Coach die triste Bilanz gegen die Lavanttaler aber nicht. "Die Statistik sagt überhaupt nichts aus und interessiert mich nicht. Wir spielen zu Hause und wollen gewinnen, das ist das Wichtigste."

"Spezielle Situation"

Sollte das nicht gelingen, würde sich die Lage der Grün-Weißen weiter verschärfen. Derzeit liegt der Tabellensiebente sechs Punkte vor dem Letzten Ried, der die Admira empfängt. "Wir sind nicht blind und wissen, dass die Situation speziell ist. Aber wir haben alles selbst in der Hand und müssen jetzt nicht panisch oder hypernervös werden", erklärte Djuricin.

Der Nachfolger von Damir Canadi wehrte sich gegen Schwarzmalerei. "Ich denke nicht, dass wir in einer so argen Krise sind, wie das viele von außen beurteilen. Ich sehe positiv in die nahe Zukunft", meinte Djuricin. Er habe mit seiner Mannschaft nach dem 2:3 am Sonntag bei der Admira "Tacheles gesprochen", erzählte der Coach. "Wir kreieren Chancen, das ist positiv. Doch der eine oder andere vergisst, seine Hausaufgaben zu erledigen. Wenn man zu faul, zu müde oder sich zu gut ist, die entscheidenden drei, vier Schritte zu machen, schaut es so aus wie gegen die Admira."

Hoffen auf Schaub

An mangelnder Laufbereitschaft werde es diesmal aber nicht mehr scheitern, versprach Djuricin. Zuversicht gibt auch das bevorstehende Comeback von Louis Schaub nach über einem Monat Verletzungspause. "Er ist ein Top-Spieler, der immer Impulse geben kann, egal ob in der 80. Minute oder von Beginn an", sagte Djuricin.

Seine Bilanz als Cheftrainer bei Rapid steht bei zwei Siegen und zwei Niederlagen. Ob dies dafür reicht, den Posten bis über diese Saison hinaus zu behalten, wird sich demnächst zeigen, wenn Sport-Geschäftsführer Fredy Bickel der Clubführung eine Liste mit möglichen Trainern für 2017/18 präsentiert. "Aber ob ich auf dieser Liste bin oder nicht, ist mir im Moment scheißegal", betonte Djuricin. Er sei einzig und allein auf die kommenden Partien fokussiert.

Im Gegensatz zum Wiener ist die berufliche Zukunft von WAC-Trainer Heimo Pfeifenberger seit seiner Vertragsverlängerung bis 2019 geklärt. Deswegen blickt der Ex-Teamspieler jedoch nicht minder gespannt auf das Match, für das bis Freitagmittag 18.300 Tickets abgesetzt waren. "Das wird eine heiße Partie in einem Hexenkessel. Wir werden eine Top-Leistung brauchen", prophezeite Pfeifenberger.

Sein Club liegt derzeit einen Punkt vor Rapid und sieben Zähler vor Ried an der sechsten Stelle. "Wir haben nach wie vor eine gute Ausgangsposition, müssen aber auf der Hut sein", warnte Pfeifenberger. Das gelte auch für Rapid, denn ein Abstieg des Rekordmeisters sei nicht undenkbar. "Der Fußball schreibt immer wieder seine Geschichten, da ist keiner davon ausgenommen." (APA, 5.5.2017)

SK Rapid Wien – WAC (Wien, Allianz Stadion, 18.30 Uhr, SR Schüttengruber). Bisherige Saisonergebnisse: 1:1 (a), 0:1 (h), 1:2 (a)

Rapid: Knoflach – Pavelic, Dibon, Wöber, Kuen – Schwab – Schaub, S. Hofmann, Szanto, Traustason – Joelinton

Ersatz: Strebinger – Schösswendter, Sonnleitner, Thurnwald, Auer, P. Malicsek, Murg, Jelic, Kvilitaia

Es fehlen: M. Hofmann (Knöchelverletzung), Mocinic, Schobesberger (alle im Aufbautraining), Schrammel (Meniskusverletzung)

WAC: Kofler – Standfest, Sollbauer, Drescher, Palla – G. Nutz, Offenbacher, Tschernegg, Klem – Prosenik, Jacobo

Ersatz: Sallinger – Baldauf, Rabitsch, Wernitznig, M. Leitgeb, Orgill, Hellqvist, Ouedraogo

Es fehlen: Hüttenbrenner (Knieverletzung), Rnic (Sprunggelenksverletzung), Dobnik (nach Kreuzbandriss), Trdina, Rosenberger (beide bei Amateuren), Topcagic (Adduktorenprobleme)

Fraglich: M. Leitgeb (Seitenbandverletzung im Knie)

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