Erste Ariane-Rakete nach wochenlanger Blockade gestartet

    5. Mai 2017, 12:33
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    Zwei Telekommunikationssatelliten ins All gebracht – Indien nützt weiteren Raketenstart für diplomatische Geste

    foto: apa/afp/jody amiet
    Die Ariane-Raketen mussten sich zuletzt gedulden.

    Kourou – Nach wochenlangen Verzögerungen wegen Protesten vor dem europäischen Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana ist wieder eine Ariane-5-Rakete ins All gestartet. Der Lastenträger brachte in der Nacht auf Freitag zwei Telekommunikationssatelliten für Anbieter aus Korea und Brasilien in den Orbit, wie der Raketenbetreiber Arianespace mitteilte.

    Der Satellit SGDC soll Breitband-Internetzugang in Brasilien anbieten und zugleich Kommunikationsmittel für Regierung und Militär des Landes sicherstellen. Koreasat-7 soll Kommunikationsdienste in Korea, Südostasien und Indien bereitstellen. Ursprünglich hätte die Rakete schon Mitte März abheben sollen.

    foto: apa/afp/jody amiet
    Der Start in Kourou.

    In dem französischen Überseegebiet hatten Menschen gegen wirtschaftliche Probleme und Kriminalität sowie für eine bessere Gesundheitsversorgung demonstriert. Dabei wurden Straßen blockiert und schließlich auch der Weltraumbahnhof als Druckmittel entdeckt. Mit Erfolg: Die französische Regierung erzielte schließlich eine Einigung mit der Protestbewegung und stellte gut drei Milliarden Euro in Aussicht.

    Nach früheren Angaben von Arianespace-Chef Stephane Israel kostete der Stillstand den Raketenbetreiber und seine Partner bis zu 500.000 Euro pro Tag. Arianespace hat aber bereits angekündigt, alle vorab für heuer geplanten Raketenstarts trotz des nun dichteren Kalenders auch tatsächlich noch in diesem Jahr durchzuführen.

    foto: apa/afp/arun sankar
    Der indische Raketenstart von der Basis Sriharikota in Andhra Pradesh.

    Die indische Weltraumbehörde ISRO hat indessen den Kommunikationssatelliten GSAT-9 gestartet. Wie Ministerpräsident Narendra Modi auf Twitter bestätigte, verlief der Start der Trägerrakete GSLV am Freitag erfolgreich. Als Überraschungsgäste seien Staatsoberhäupter aus den Nachbarländern erschienen.

    GSAT-9 hat auch eine diplomatische Bedeutung: Indien hat allen Ländern der Südasien-Gemeinschaft SAARC angeboten, kostenlos einen Teil der Bandbreite mitzubenutzen. Neben Indien gehören dazu Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, die Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka. Pakistan lehnte das Angebot ab, Afghanistan hat bisher keine entsprechenden Verträge unterschrieben. Alle anderen SAARC-Länder erklärten bereits, die angebotene Bandbreite nutzen zu wollen. (APA, red, 5. 5. 2017)

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