Slowenien sichert sich EU-Patent für "steirischen Hopfen"

5. Mai 2017, 12:05
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Österreichische Bierhersteller dürfen künftig aber mit "Hopfen aus der Steiermark" werben

Graz – Steirischer Hopfen darf künftig nicht mehr auf heimischen Produkten stehen: Slowenien hat sich das EU-Patent für die Namensbezeichnung "Stajerski hmelj" (steirischer Hopfen) gesichert. Wo "steirischer Hopfen" draufsteht, darf per EU-Spruch ausnahmslos nur noch slowenischer drin sein, berichtete die "Steirische Wirtschaft" am Freitag.

In Slowenien hat der Hopfenanbau eine lange Tradition, vor allem in der ehemaligen Untersteiermark, die noch heute von den Slowenen Štajerska genannt wird. Nun hat sich Slowenien das Patent auf die slowenische Bezeichnung des steirischen Hopfens gesichert – inklusive der Übersetzungen. Darunter fällt etwa auch "Styrian Hops", das bisher auf den Exportbieren der steirischen Hersteller stand.

Einigung mit den Slowenen

Bei der Landwirtschaftskammer Steiermark hieß es am Freitag, dass man sich mit den Slowenen geeinigt habe. Die regionale Herkunft bleibe besichert. Auf der Bierflasche stehe künftig weiterhin "Hopfen aus der Steiermark" oder "Hopfen aus der Südsteiermark". Mit den slowenischen Verantwortungsträgern sei in "guten Gesprächen vereinbart" worden, "dass heimischer Hopfen auf der Bierflasche weiterhin so bezeichnet werden darf".

Hopfen wird in der Steiermark von 13 Landwirten im Raum Leutschach auf einer Fläche von rund 95 Hektar im Vertragsanbau erzeugt. Die Brauunion hat im vergangenen Jahr den Vertragsanbau mit den steirischen Hopfenbauern auf weitere sieben Jahre gesichert.

Die Kammer betonte, sie unterstütze die Vereinfachung bei der Zuerkennung des EU-Herkunftsschutzes: "Bevor ein regionales Produkt von der EU den Herkunftsschutz zuerkannt bekommt, ist auch in Österreich oft ein jahrelanges Verfahren erforderlich." Die Landwirtschaftskammer will eine Vereinfachung und Verkürzung der Verfahren sowie eine besondere Rücksichtnahme bei grenzüberschreitenden Anbaugebieten. Um diese Erleichterungen durchzusetzen und die Antragsteller bei der Umsetzung des EU-Herkunftsschutzes zu unterstützen, haben die neun Landeslandwirtschaftskammern Österreichs gemeinsam mit den Vereinigungen der geschützten Produkte den "Serviceverein geschützte Herkunftsbezeichnungen für Lebensmittel" ins Leben gerufen. Dieser hat im vergangenen Jahr seine Arbeit aufgenommen. (APA, 5.5.2017)

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