Masern: Impfdebatte in Italien

7. Mai 2017, 01:00
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Es gab noch nie so viele Masernfälle in Italien wie dieses Jahr, daraus ist eine politische Debatte um die Impfung entstanden – Beppe Grillo ist Impfgegner

Eine Rekordzahl an Masernerkrankungen hat in Italien zu einem Schlagabtausch über Impfungen geführt. In den ersten vier Monaten registrierten die Gesundheitsbehörden 1.920 Erkrankungen, sechsmal so viele wie im Vorjahreszeitraum, wie aus einem Bericht hervorgeht. Auch in Deutschland gab es bis Ende April bereits mehr Fälle als 2016 im gesamten Jahr.

Die linkspopulistische Fünf-Sterne-Bewegung von Beppe Grillo wehrte sich gegen die Darstellung der US-Zeitung "New York Times", eine Anti-Impfkampagne zu führen. Die größte Oppositionspartei Italiens plädierte in ihrem Blog aber dafür, Impfungen zu empfehlen anstatt sie vorzuschreiben.

Fünf-Sterne gegen Impfung

88 Prozent der Masern-Erkrankten seien nicht geimpft gewesen, hieß es in dem gemeinsamen Bulletin des Gesundheitsministeriums und des Nationalen Gesundheitsamtes. 73 Prozent der mit der Kinderkrankheit Infizierten waren 15 Jahre oder älter. Diese Zahlen seien "wirklich besorgniserregend", sagte Gesundheitsministerin Beatrice Lorenzin.

Sie kritisierte offenbar in Anspielung auf die Fünf-Sterne-Bewegung, auch Politiker hätten mit Desinformationen über Impfungen dazu beigetragen, dass sich einige Menschen nicht impfen ließen.

Die "New York Times" hatte am Dienstag unter dem Titel "Populismus, Politik und Masern" einen Leitartikel veröffentlicht. Die Fünf-Sterne-Bewegung distanzierte sich in ihrem Blog am Donnerstag von der ihr zugeschriebenen Darstellung, dass es einen Zusammenhang zwischen Impfung und Autismus gebe. (APA, 7.5.2017)

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