Boko Haram weist Berichte über Verletzung ihres Anführers zurück

5. Mai 2017, 07:16
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Shekau dementiert in Video auch Angaben über Luftangriff im Nordosten Nigerias

Abuja – Die nigerianische Islamistengruppe Boko Haram hat Berichte über eine Verletzung ihres Anführers Abubakar Shekau dementiert. In einem 14-minütigen Video, das am Donnerstag im Internet veröffentlicht wurde, sagte Shekau, er sei "lebendig" und unverletzt.

Er wisse gar nichts von einem Luftangriff, fügte Shekau hinzu, der wie üblich in Tarnkleidung und mit einem Sturmgewehr auftrat. Auch keiner seiner Männer sei getötet worden.

Die nigerianische Armee hat in der Vergangenheit schon mehrfach behauptet, Shekau getötet zu haben. Am Mittwoch war in Sicherheitskreisen von einem Luftangriff auf Boko-Haram-Kämpfer im Dorf Balla im Nordosten des Landes die Rede gewesen. Den Angaben zufolge wurde Shekau dabei verletzt. Sein Stellvertreter Abba Mustapha alias Malam Abba soll getötet worden.

Streit um Führung

Zudem gab es im vergangenen Jahre Berichte über einen offenen Machtkampf innerhalb der Boko Haram. Shekau soll sich dabei einer Gruppe angeschlossen haben, die eine weniger starke Anbindung an die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) gefordert hatte, um weiter im regionalen Kontext Popularität schaffen zu können.

Boko Haram kämpft seit Jahren für die Errichtung eines islamischen Gottesstaats im mehrheitlich muslimischen Nordosten Nigerias. Die Gruppe verübt unter anderem Angriffe auf Polizei, Armee, Kirchen und Schulen. Seit 2009 wurden in dem Konflikt mehr als 20.000 Menschen getötet. 2,6 Millionen Menschen ergriffen angesichts der Gewalt die Flucht.

2014 weiteten die Boko-Haram-Kämpfer ihre Angriffe auf die Nachbarländer Kamerun, Niger und Tschad aus. 2015 leistete Boko Haram der Jihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) den Treueschwur. (APA, 5.5.2017)

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