IAEA warnt: Nordkorea macht Fortschritte bei Atomplänen

5. Mai 2017, 06:15
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Zeitung: China wird scharf auf neuen Atomtest Nordkoreas reagieren – US-Repräsentantenhaus für härtere Nordkorea-Sanktionen

Peking/Pjöngjang – China wird nach Zeitungsangaben "auf beispiellose Weise" auf einen neuen Atomtest Nordkoreas reagieren. Wie die vom kommunistischen Parteiorgan "Volkszeitung" herausgegebene "Global Times" am Freitag in einem Kommentar schrieb, sollte Peking nicht zögern, Pjöngjang diese Botschaft zu übermitteln.

Das Blatt wies die jüngste, ungewöhnlich direkte Kritik der amtlichen nordkoreanischen Nachrichtenagentur KCNA an China als "hyper-aggressiv" zurück und sprach von einer "irrationalen Logik" hinter dem nordkoreanischen Atomprogramm. Pjöngjang verstehe auch nicht die tiefe Sorge, die in Peking wegen der potenziellen Gefahren eines Atomversuchs für die Menschen in Nordchina bestehe.

Aus der Sackgasse

China und Nordkorea sollten einen ranghohen Dialog miteinander verfolgen. "Nur durch solche Bemühungen kann Pjöngjang aus der Sackgasse gezogen werden", schrieb das Blatt. Es sei vollkommen egal, ob Nordkorea seine Kritik an China öffentlich kundtue. "Was wirklich zählt, ist, wie Pjöngjangs nächster Schritt aussieht."

Die Internationale Atomenergiebehörde der Vereinten Nationen (IAEA) verfolgt mit großer Sorge Nordkoreas atomare Ambitionen. "Wir haben Anhaltspunkte, dass das Nuklearprogramm so vorangeht wie Nordkorea es verkündet", sagte IAEA-Chef Yukiya Amano der "Süddeutschen Zeitung".

Überwachung via Satelliten

Nordkorea hatte die Inspektoren der IAEA zwar bereits im Jahr 2009 aus dem Land geworfen, aber die Experten überwachten die Aktivitäten des Regimes mithilfe von Satellitenbildern. "Alle Indizien zeigen uns, dass Nordkorea Fortschritte macht. Und das bereitet uns Sorgen", sagte Amano. Die daraus resultierenden Sicherheitsbedenken gingen über die Region hinaus. Nordkoreas Diktator Kim Jong-un hatte jüngst sowohl Japan, Südkorea als auch den USA mit einem Angriff gedroht.

US-Präsident Donald Trump bemüht sich seit Beginn seiner Präsidentschaft, den Druck auf Pjöngjang zu erhöhen. Seine Regierung schließt auch ein militärisches Vorgehen gegen Nordkorea nicht aus.

Das US-Repräsentantenhaus sprach sich am Donnerstag fast einstimmig für schärfere Sanktionen gegen Nordkorea aus. Mit nur einer Gegenstimme billigte die Kongresskammer die Strafmaßnahmen, die verstärkt die Schiffsindustrie des abgeschotteten Landes ins Visier nehmen.

Klares Zeichen

Die Befürworter der Sanktionen wollen damit in Pjöngjang ein klares Zeichen setzen, nachdem sich zuletzt der Streit über das nordkoreanische Atom- und Raketenprogramm verschärft hatte. Die Maßnahmen, die sich auch gegen Geschäftspartner Nordkoreas richten, müssen noch vom Senat verabschiedet werden. Nordkorea treibt sein Atom- und Raketenprogramm trotz internationaler Kritik und bereits verhängter Sanktionen voran.

Als Reaktion auf die jüngsten Raketentests verhandeln die USA Diplomatenkreisen zufolge mit China auch über eine Verschärfung von Strafmaßnahmen der Vereinten Nationen (UN). (APA, 5.5.2017)

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