Erste Auslandsreise führt Trump nach Israel, Saudi-Arabien, zum Papst und nach Brüssel

4. Mai 2017, 18:28
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Besuch im Vatikan am 24. Mai – Zusätzlich zu Nato-Gipfel in Brüssel und G7-Gipfel in Sizilien

Washington – Auf seiner ersten Auslandsreise wird US-Präsident Donald Trump überraschend als erstes Land Saudi-Arabien besuchen und dann nach Israel und in den Vatikan weiterreisen. Mit dem saudischen König Salman will Trump über den Kampf gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" und den Einfluss des Iran sprechen, wie es am Donnerstag aus dem Weißen Haus hieß.

In Israel plant Trump ein Treffen mit Ministerpräsident Benjamin Netanjahu. Der US-Präsident nahm nach Regierungsangaben auch eine Einladung von Palästinenserpräsident Mahmoud Abbas an. Der Ort für das Gespräch blieb aber zunächst unklar.

Audienz beim Papst

Anschließend wird Trump nach Europa aufbrechen, wo er am 24. Mai eine Audienz bei Papst Franziskus hat. Am 25. Mai wird er am Nato-Gipfel in Brüssel teilnehmen, am 26. und 27. am Treffen der G7 auf Sizilien. Tags darauf will er außerdem mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker und Ratspräsident Donald Tusk zusammentreffen.

Über die Reise in den Nahen Osten war in den vergangenen Tagen bereits spekuliert worden. Dass der erste Stopp Saudi-Arabien sein wird, kam jedoch überraschend. Damit wolle der Präsident unterstreichen, dass er dieselben Probleme wie die Verbündeten in der arabischen Welt lösen wolle, sagte ein hochrangiger Mitarbeiter des Weißen Hauses, der nicht namentlich zitiert werden wollte. Als Beispiel nannte er die Bedrohungen durch den IS und den Iran.

Abgekühltes Verhältnis

Unter Trumps Vorgänger hatte sich das traditionell gute Verhältnis der USA zu Saudi-Arabien und den anderen sunnitisch beherrschten Golf-Monarchien abgekühlt. Der maßgebliche Grund dafür war das Atomabkommen mit dem Iran. Vor allem das Königshaus in Riad sieht den schiitischen Iran als Erzrivalen und wirft ihm vor, den Terrorismus in der Region zu unterstützen. Die arabischen Golfländer lehnen deshalb das Atomabkommen mit dem Iran ab.

Aus dem Weißen Haus heißt es nun, man wolle die Allianz mit den Verbündeten wieder stärken, um für Sicherheit in der Region zu sorgen. Trump zeige damit, dass die USA willens seien, eine Führungsrolle in der Welt zu übernehmen, wenn es den Interessen des amerikanischen Volkes und der nationalen Sicherheit diene, erklärte der Regierungsmitarbeiter.

Auch bei seinem Friedensplan für den Nahost-Konflikt setzt Trump auf Riad. Die Friedenslösung ist eines der großen außenpolitischen Ziele, die er sich für seine Präsidentschaft gesteckt hat. Seine Vorgänger scheiterten bisher allesamt bei diesem Vorhaben, die Lage ist seitdem noch komplizierter geworden.

Trump hat deutlich gemacht, dass er nicht mehr unbedingt an einer Zwei-Staaten-Lösung festhalten will. Darauf aber beharren die Palästinenser.

Das Weiße Haus ließ am Donnerstag offen, ob Trump bei seinem Aufenthalt in Israel auch die Palästinensergebiete besuchen wird. In einer Mitteilung war lediglich davon die Rede, dass Trump mit Abbas über den Frieden zwischen Israelis und Palästinensern sowie über eine Ankurbelung der palästinensischen Wirtschaft sprechen wolle.

Auch das Treffen mit dem Papst wird mit Spannung erwartet. Franziskus hatte vor der US-Wahl Trump für dessen Pläne, eine Mauer zu Mexiko zu bauen, kritisiert und das unchristlich genannt. Trump nannte diese Äußerungen des Papstes schändlich.

Trumps erste Auslandsreise kommt im Vergleich zu früheren Präsidenten spät. Obama hatte in seinen ersten 100 Tagen im Amt bereits neun Länder besucht. Der Republikaner George W. Bush unternahm zwei Reisen. (APA, 4.5.2017)

  • Donald Trump geht auf Reisen.
    foto: reuters/allegri

    Donald Trump geht auf Reisen.

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