Schuldspruch für Freier nach Attacke auf Prostituierte

4. Mai 2017, 16:37
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Wegen versuchten Mordes: 15 Jahre Freiheitsstrafe für 50-Jährigen und Einweisung – Urteil nicht rechtskräftig

Innsbruck – Ein 50-Jähriger ist am Donnerstag am Landesgericht Innsbruck unter anderem wegen versuchten Mordes an einer Prostituierten zu 15 Jahren Haft verurteilt worden. Außerdem wurde er in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen. Der Mann soll als Freier für zwei Gewalttaten an Prostituierten verantwortlich gewesen sein. Das Urteil war nicht rechtskräftig.

Zu Prozessbeginn hatte sich der Angeklagte vor dem Geschworenengericht nicht schuldig bekannt – nun befand dieses einstimmig seine Schuld. Ein Gutachten der Psychiaterin Adelheid Kastner hatte den Angeklagten zuvor trotz einer "kombinierten Persönlichkeitsstörung mit unreifen, leicht kränkbaren und haltlosen Zügen" als voll zurechnungsfähig erklärt. Bereits in der Vergangenheit habe sich der Angeklagte, der in vielen Bereichen seines Lebens rigide Verhaltensmuster aufzeige, eindeutig auf Prostituierte als Zielgruppe zur Befriedigung einer Gemengelage an Bedürfnissen konzentriert – seien diese nun finanzieller bzw. sexueller Natur gewesen, oder um eine "Kränkung zu neutralisieren", sagte Kastner bei der Erläuterung des psychiatrischen Gutachtens.

Abnormität höheren Grades

"Da zu befürchten ist, dass der Angeklagte ohne Behandlung weitere Taten mit schweren Folgen ausüben könnte, wird er in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen", folgte Richter Günther Böhler Kastners Einschätzung. Angesichts der Vorstrafen des Beschuldigten und der Verletzungen der beiden Opfer sowie unter Berücksichtigung der geistigen Abnormität höheren Grades des Angeklagten sei das Strafmaß von 15 Jahren Haft angemessen, so Richter Böhler.

In allen drei zu entscheidenden Schuldfragen sprachen die Geschwornen den Angeklagten einstimmig mit acht zu null Gegenstimmen schuldig. Die Zeuginnen hatten den Angeklagten eindeutig als den Angreifer identifiziert, ein Fingerabdruck und eine DNA-Spur hatten laut Staatsanwaltschaft zudem ohne Zweifel auf den Beschuldigten hingewiesen.

Dem 50-Jährigen wurde vorgeworfen, im Juni 2016 auf einem Parkplatz einige Kilometer westlich von Innsbruck eine Prostituierte mit einem Messer bedroht und geschlagen zu haben. Bereits im Mai 2013 soll er auf eine damals 25-jährige Prostituierte losgegangen sein. Er sei mit der Frau nach Seefeld gefahren und habe sie auf einem abgelegenen Waldweg angegriffen, geschlagen und gewürgt, so die Anklage. Der Mann wurde in Zusammenhang mit dieser Tat daher zudem wegen Körperverletzung und gefährlicher Drohung verurteilt. (APA, 4.5.2017)

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