Überregionale Zusammenarbeit sichert Wachstum im Westen

    4. Mai 2017, 18:58
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    Industriellenvereinigung Vorarlberg sieht Zukunftschancen für die heimische Wirtschaft in Kooperation mit Nachbarländern

    Bregenz – Überregionale Zusammenarbeit könnte Wirtschaftswachstum und Beschäftigung in Vorarlberg steigern. Das ergab die kürzlich präsentierte Studie "Wirtschaftliche Potenziale der Vierländerregion", ein wirtschaftliches Lagebild der gesamten Vierländerregion. Die vier Länder sind Österreich, die Schweiz, Deutschland und Liechtenstein, untersucht wurden sechs Teilregionen – Vorarlberg, Tirol, Liechtenstein, Ostschweiz, Bayern und Baden Württemberg.

    Auftraggeber der Studie waren neben der Industriellenvereinigung Vorarlberg die Bank für Tirol und Vorarlberg und Ernst & Young (EY) Österreich. Durchgeführt wurde sie nach der Methode einer multiregionalen Input-Output-Tabelle vom Economica Institut für Wirtschaftsforschung.

    Die Input-Output-Tabelle für die Vierländerregion bildet das Netzwerk der Liefer- und Leistungsverflechtungen innerhalb der Regionen, zwischen den Teilregionen, aber auch der gesamten Vierländerregion mit dem Rest der Welt im Detail ab. Sie stellt Stärken und Schwächen dar und zeigt Potenziale auf.

    Unter den fünf besten Regionen

    Mit rund 27 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern, elf Millionen Beschäftigten und einer Wertschöpfung von 1.188 Milliarden Euro zählt die Region zu den Top Fünf Europas. Jeder zwölfte Euro, der in der EU zuzüglich der Schweiz erwirtschaftet wird, stamme aus der Vierländerregion. Weltweit sei die Region die elftgrößte Wirtschaft, betont die Industriellenvereinigung.

    Aus diesem Potenzial gelte es mehr zu machen. Bezogen auf das kleine Vorarlberg könnte verstärkte Zusammenarbeit mit den Nachbarregionen die Wirtschaftskraft steigern. Da die Möglichkeiten einer kleinen Volkswirtschaft wie Vorarlberg, das Wachstum intern anzukurbeln, gering sei, müsse man den Hebel bei den Exporten ankurbeln. "Durch mehr Vernetzung, mehr Verflechtung und standortpolitische Maßnahmen, die in den Teilregionen gesetzt werden können", sieht IV-Vorarlberg-Chef Martin Ohneberg zusätzliche Potenziale für Vorarlberg.

    Exporte weiter steigern

    Schon jetzt ist Vorarlberg stark von Exporten in die Vierländerregion abhängig. Bei einem Gesamtexportvolumen von rund 8.389 Millionen Euro geht fast ein Drittel davon, nämlich 2.584 Millionen Euro, in die Vierländerregion. Aufgeschlüsselt auf die Regionen: 671,5 Millionen in die Ostschweiz, doppelt so viel wie nach Tirol, 667 nach Baden Württemberg, 614 nach Bayern, 293 Millionen nach Liechtenstein.

    Positive wirtschaftliche Entwicklungen in der Vierländerregion haben folglich auch positive (externe) Effekte auf die Wirtschaft Vorarlbergs: So würde Vorarlberg von einem einprozentigen Wirtschaftswachstum der Handelspartner in der Vierländerregion mit einem 0,09-prozentigen Wirtschaftswachstum und knapp einem Prozent Beschäftigungszuwachs profitieren, geht aus der Studie hervor. "Eine engere Zusammenarbeit wäre im Interesse aller", folgert Ohneberg.

    Voraussetzungen für das Wachstum wäre eine Substitution von Importen aus Drittländern durch Anbieter, eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur für die Zulieferung, Ausbau der Vernetzung von Politik und Wirtschaft, Kooperationen im Bildungswesen und schließlich breite Bewusstseinsbildung für regionale Zusammenarbeit. (Jutta Berger, 4.5.2017)

    • Will überregionale Zusammenarbeit: Martin Ohneberg, Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg.
      foto: iv vorarlberg

      Will überregionale Zusammenarbeit: Martin Ohneberg, Präsident der Industriellenvereinigung Vorarlberg.

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