Wetterextreme stören Nährstoffkreisläufe von Mikroben nachhaltig

5. Mai 2017, 08:30
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Hitze- oder Frostperioden beeinflussen die Phosphat-Verfügbarkeit länger als gedacht

Wien – Durch den Klimawandel nehmen extreme Wetterereignisse wie Hitze- und Frostwellen zu. Diese schädigen die Bakterien und Pilze im Boden und bringen ihre Nährstoffkreisläufe aus dem Gleichgewicht, berichten Wiener Forscher im Fachblatt "Science Advances". Die Mikroben können sich nach solchen Widrigkeiten zwar erholen, doch ihr Phosphat-Stoffwechsel wird nachhaltig gestört.

Die Forscher um Maria Mooshammer und Wolfgang Wanek von der Universität Wien haben im Labor Mikroben drei Monate lang bei gleichbleibender Temperatur in Laubstreu wachsen lassen und dann eine Hitzewelle oder Frost-Tau-Wechsel simuliert. "Die mikrobiellen Gemeinschaften reagierten überraschend ähnlich auf die sehr unterschiedlichen Wetterextreme", sagte Mooshammer.

Langsame Erholung

In beiden Fällen liefen die Kohlenstoff- und Stickstoffkreisläufe für eine Zeit lang schneller, während der Phosphat-Stoffwechsel eingebremst wurde. "Durch den Temperaturstress werden diese normalerweise miteinander koordinierten Prozesse also offensichtlich entkoppelt", so die Forscherin.

"Wir gaben den Mikroben anschließend drei Monate Erholungszeit – danach ging es ihnen wieder gut und ihre Gemeinschaftsstruktur sah so aus wie vor dem Extremereignis", so Wanek. Doch der Phosphatkreislauf war selbst nach dieser langen Regenerationszeit stark gedrosselt. Laut Mooshammer könnte das für solche Ökosysteme problematisch sein, weil die Mikroben sehr wichtig für die Phosphatverfügbarkeit im Boden sind. (APA, 4.5.2017)

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