Pfarrerinitiative will "Teampriester"

4. Mai 2017, 12:44
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Das Team soll aus einem zölibatär lebenden "klassischen" Priester und einer bewährten Person aus der Kirchengemeinde bestehen

Wien – Nach längerer Zeit der internen Arbeit wendet sich die Pfarrerinitiative um den ehemaligen Generalvikar Helmut Schüller nun wieder an die Öffentlichkeit. In einer Pressekonferenz des Vorstandsteams wurden die österreichischen Bischöfe aufgefordert, die von Papst Franziskus gegebenen Freiheiten besser zu nützen und mutige Reformvorschläge zu präsentieren.

Als Vorbild könnten etwa die Bischofskollegen in Malta dienen. Dort seien seitens der örtlichen Würdenträger Leitlinien zum Papst-Schreiben "Amoris Laetitia" veröffentlicht worden, die den Zugang von wiederverheirateten Geschiedenen zur Kommunion erleichterten, indem festgelegt wurde, dass jeder Mensch nach eigenem Gewissen zu entscheiden habe.

Öffnung des Priesteramts

Mutige Schritte bräuchte es nach Ansicht der Pfarrer-Initiative auch, was die Öffnung des Priesteramts angeht. Gerald Gump, Pfarrer der Pfarre zur Frohen Botschaft in Wien, erinnerte daran, dass Franziskus hier Beweglichkeit für Gemeinden in entlegenen Regionen signalisiert habe. Modelle gebe es durchaus, wie Arno Jungreithmair, Pfarrer in Kremsmünster, ausführte. So sei in Südafrika von einem emeritierten Bischof namens Fritz Lobinger das Modell von Teampriestern erarbeitet worden. Im Wesentlichen würde dieses Team aus einem zölibatär lebenden "klassischen" Priester und einer bewährten Person aus der Kirchengemeinde bestehen, die eine abgespeckte theologische Ausbildung absolvieren müsste.

In weiterer Folge könnte so das Amt auch für Frauen geöffnet werden, hofft die Pfarrerinitiative. Freilich sei dies von allen Reformvorhaben jenes, das die härteste zu knackende Nuss darstelle. Dabei gebe es bei anderen Kirchen positive Zeichen. So hat im Februar der orthodoxe Patriarch von Alexandrien, Theodoros II. sechs Frauen zu Diakoninnen geweiht.

Kritik an Rom seitens der Pfarrer kam bezüglich der zögerlichen Bischofsernennungen, wie sie derzeit in der Diözese Innsbruck zu beobachten ist. Es sei erstaunlich, wie geduldig Diözesen solch einen Prozess abwarten würden, meinte Schüller. Dabei stelle sich die Frage: "Warum geht das so merkwürdig und so intransparent vonstatten?". Immerhin ein positives Beispiel hatten die Pfarrer zu bieten. Der Prozess zur Bischofsernennung in Linz mit Einbindung der Basis wusste zu gefallen, das wohl vor allem auch, weil mit Manfred Scheuer einer der Wunschkandidaten vom Vatikan ernannt wurde.

Aktiv bleiben wird die an sich Rom-kritische Initiative ungeachtet der mit Wohlwollen betrachteten Aktivitäten des Papstes. Die internationale Vernetzung soll noch weiter vorangetrieben werden, betonte Schüller. Dazu wurde unter icrn.info auch eine neue Website lanciert. (APA, 4.5.2017)

  • Helmut Schüller von der Pfarrerinitiative vermisst mutige Reformvorschläge der Bischöfe.
    foto: apa/jäger

    Helmut Schüller von der Pfarrerinitiative vermisst mutige Reformvorschläge der Bischöfe.

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