Das Turiner Bollwerk ist bereit für Real

4. Mai 2017, 12:43
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Greifbares Finale gegen Real soll Buffons letzten Makel beseitigen

Monaco – Mittwochabend wurde aus Gonzalo Higuain ein "Prinz", "König" oder "Diamant", zumindest in den Augen italienischer Medien. Seine Tore zum 2:0-Auswärtssieg in Monaco fixierten für Juventus Turin praktisch schon den Finaleinzug, noch nie scheiterte ein Team mit dieser Ausgangslage im Rückspiel eines Champions-League-Halbfinales.

So waren Higuain die Lobeshymnen der Medien sicher, die bisher seine Neigung zum Chancentod in großen Spielen (WM-Finale 2014, Copa-America-Finale 2015 und 2016) kritisierten. "La Repubblica" adelte den 90-Millionen-Einkauf gar zur "Juve-Antwort auf Cristiano Ronaldo".

foto: ap/claude paris
Unterleiberl-Goalgetter Higuain schoss Juventus praktisch schon ins Finale.

Im erwartbaren Finale gegen Real Madrid am 3. Juni wird diese Antwort aber eher von der Defensive kommen müssen, diese erwies sich bisher als praktisch unbezwingbar. Torwart-Legende Gianluigi Buffon hat in der laufenden K.-o.-Phase noch kein einziges Tor kassiert, seit 621 Minuten hält die Turiner "BBC"-Betonwand aus Bonucci, Barzagli und Chiellini.

Buffon, der Held

Das Lob nach dem 2:0 in Monaco ging primär an die Institution der Torwartkunst. "In wichtigen Spielen ist Gigi immer der Beste der Welt", streute Juve-Trainer Allegri seinem Goalie Rosen. "Ich möchte, dass die Leute traurig sind, wenn ich aufhöre", sagt Buffon selbst. Ein CL-Sieg fehlt dem 39-Jährigen noch, schon zweimal verlor er im Finale: 2003 (2:3 i. E. gegen Milan) und 2015 (1:3 gegen Barca). "Wir sind seit damals Tag für Tag gewachsen", sprach Chiellini die Niederlage 2015 an.

foto: apa/afp/boris horvat
Auch bei diesem Falcao-Kopfball rettete Buffon überragend.

Offiziell wollte an den dritten Anlauf aber noch niemand denken. "Wir würden in die Falle tappen, wenn wir dächten, dass wir schon durch sind", sagte Higuain. "Schritt eins von zwei ist getan", meinte der gesperrte Sami Khedira. Chiellini ließ sich immerhin ein "Cardiff ist nähergerückt" entlocken.

Das Triple ist möglich

Mit dem Finaleinzug würde die Alte Dame die Chance auf das Triple wahren. In der Meisterschaft liegt der sechste Titel in Folge auf dem Silbertablett, auch im italienischen Cup kämpft Juve gegen Lazio Rom erneut um die Trophäe. "Das könnte eine außergewöhnliche Saison für uns werden", wusste Allegri.

Das ist dank der Ligue-1-Tabellenführung auch für Monaco noch möglich, die Hoffnung auf Größeres ist nur mehr theoretisch. "Uns fehlte ein bisschen die Erfahrung", gab Kylian Mbappé zu. Kein Wunder: Monacos Startelf war mit rund 26 Jahren im Schnitt um fünf Jahre jünger als die Altherren-Truppe aus Turin. (APA, red, 4.5.2017)

  • Der fliegende Giorgio Chiellini (re.) war auch von Monaco nicht zu überwinden.
    foto: apa/afp/anne-christine poujoulat

    Der fliegende Giorgio Chiellini (re.) war auch von Monaco nicht zu überwinden.

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