2:0 bei Monaco: Juve mit einem Bein im Finale

3. Mai 2017, 22:59
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Higuain traf in 29. und 59. Minute, die Italiener untermauerten einmal mehr ihre Defensivstärke

Monaco – Juventus steht dicht vor dem Einzug ins Finale der Champions League. Die Turiner gewannen am Mittwochabend das Halbfinal-Hinspiel bei AS Monaco durch Treffer von Gonzalo Higuain (29., 59.) mit 2:0 (1:0) und können damit der Heimpartie am kommenden Dienstag gelassen entgegenblicken.

Alles deutet daraufhin, dass Juve nach dem Halbfinale 1998 und dem Viertelfinale 2015 auch im dritten K.-o.-Duell mit den Monegassen in der Königsklasse die Oberhand behält. Es wäre die neunte Finalteilnahme in Meistercup oder Champions League, die zweite nach 2015. Prolongiert wäre zudem die makellose Bilanz gegen Teams der französischen Liga, gegen die Juve in elf Europacup-K.-o.-Duellen immer der Aufstieg gelang.

Monaco kam langsam aus der Kabine

Juventus startete besser in die Partie, ließ den Ball laufen und kontrollierte das Geschehen. Die zu Beginn ängstlichen Monegassen hatten trotzdem die ersten Chancen. Jungstar Kylian Mbappe setzte einen Kopfball genau auf Gianluigi Buffon (12.) und scheiterte nach einer Direktabnahme neuerlich am Tormann-Routinier (16.). Der 39-Jährige war zudem bei einem Falcao-Kopfball auf dem Posten (19.).

Juve zeigte sich als Meister der Effizienz, die erste Topchance führte zur Führung. Nach einem Konter legte Dani Alves mit der Ferse zur Mitte und Higuain, der die Aktion selbst eingeleitet hatte, vollendete ins lange Eck. Für den Argentinier war es der vierte Treffer im laufenden Bewerb. In der K.-o.-Phase war es seiner erstes Tor seit April 2013. Juve stellte darauf die Offensivbemühungen ein, zog einen Abwehrriegel auf und lauerte nur noch auf Konter.

Nach dem Seitenwechsel kamen die Monegassen motiviert aus der Kabine, mangelnder Abschluss verhinderte aber den Ausgleich. Radamel Falcao scheiterte an Buffon (46.). Juve stand sonst aber wie gewohnt bombensicher und setzte weiter auch in der Offensive Nadelstiche. Claudio Marchisio lief alleine auf Danijel Subasic zu, scheiterte aber am glänzend reagierenden Monaco-Tormann (54.). Fünf Minuten später war das 2:0 perfekt. Wie beim ersten Tor schalteten die Italiener nach Ballgewinn schnell um. Nach Traumflanke von Alves vollendete Higuain mit einer Direktabnahme.

Defensivbollwerk Juventus

Monaco wirkte geschockt, die Partie flaute deshalb etwas ab. Erst in der Schlussphase kamen die Gastgeber dem Anschlusstreffer noch einmal nahe. Buffon zeigte aber bei einem Kopfball des eingewechselten Valere Germain einmal mehr sein Können (90.). Monaco gelang damit im 58. Pflichtspiel der Saison erst zum vierten Mal kein Tor. Die Tormaschine hält weiter bei 146 Treffern. Der 18-jährige Mbappe ließ zwar immer wieder seine Klasse aufblitzen, allerdings nicht in den entscheidenden Situationen.

Bei der Defensivstärke von Juve, an der im Viertelfinale schon der FC Barcelona zerbrochen war, war das aber auch nicht unbedingt überraschend. In nun elf Champions-League-Saisonspielen erhielten die Turiner nur zwei Gegentore. Seit 621 Minuten hält Juventus sein Tor in Europa bereits sauber.

Trotzdem war der Sieg ein seltenes Gefühl: Im zwölften Halbfinal-Auswärtsspiel in der Königsklasse gelang Juve erst zum zweiten Mal ein Sieg. Am Dienstag hatte bereits Real Madrid mit einem 3:0 gegen Atletico die Weichen für den Finaleinzug gestellt. Das Endspiel steigt am 3. Juni in Cardiff. (APA, 3.5.2017)

Champions League, Halbfinal-Hinspiel, Mittwoch

AS Monaco – Juventus Turin 0:2 (0:1)
Stade Louis II, 18.500 Zuschauer, SR Lahoz (ESP)

Torfolge:
0:1 (29.) Higuain
0:2 (59.) Higuain

Monaco: Subasic – Dirar, Glik, Jemerson, Sidibe – Bernardo Silva (82. A. Toure), Fabinho, Bakayoko (66. Joao Moutinho), Lemar (67. Germain) – Falcao, Mbappe

Juventus: Buffon – Barzagli, Bonucci, Chiellini, Alex Sandro – Alves, Pjanic (89. Lemina), Marchisio (81. Rincon), Mandzukic – Higuain (77. Cuadrado), Dybala

Gelbe Karten: Fabinho bzw. Bonucci, Marchisio, Chiellini

Rückspiel am 9. Mai (20.45 Uhr, live Sky) in Turin. Der Aufsteiger trifft im Finale am 3. Juni in Cardiff auf den Sieger aus Real Madrid gegen Atletico Madrid (Hinspiel 3:0, Rückspiel am 10. Mai).

  • Der Mann für die Tore: Gonzalo Higuain.
    foto: apa/afp/fife

    Der Mann für die Tore: Gonzalo Higuain.

  • Der Goalgetter lässt sich vor der Kurve feiern.
    foto: imago/bpi

    Der Goalgetter lässt sich vor der Kurve feiern.

  • Gewinnt er mit 39 Jahren auch noch die Champions League? Nicht auszuschließen, Gianluigi Buffon ist in Form.
    foto: reuters/pelissier

    Gewinnt er mit 39 Jahren auch noch die Champions League? Nicht auszuschließen, Gianluigi Buffon ist in Form.

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