Reporter ohne Grenzen will Medien in Mazedonien stärken

    3. Mai 2017, 19:05
    1 Posting

    Journalistenpreis "Press Freedom Award 2017 – A Signal to Europe" ausgeschrieben

    Wien/Skopje – Angesichts der sich verschlechternden Medien-Situation in Mazedonien wollen Reporter ohne Grenzen Österreich (ROG) kritische Journalisten in dem Land stärken. Anlässlich des Welttag der Pressefreiheit schreiben ROG den "Press Freedom Award 2017 – A Signal to Europe" aus.

    "Wir wollen jene in Mazedonien bestärken, die unabhängig, kritisch und investigativ recherchieren und berichten", teilte Rubina Möhring, Präsidentin von Reporter ohne Grenzen Österreich, mit.

    Laut ROG unterstehen fast alle Medien in Mazedonien der Kontrolle der Regierung. Die Abhängigkeit von Anzeigenkunden entziehe vielen Medien die redaktionelle Unabhängigkeit. Kritische Journalisten in Mazedonien müssen mit Gewalt und Übergriffen rechnen, welche jedoch selten strafrechtlich verfolgt werden. Viele Gründe dafür, dass Mazedonien in den vergangenen acht Jahren auf der aktuellen Rangliste der Pressefreiheit von 34 auf Platz 111 von 180 abgestürzt ist.

    Die seit Monaten angespannte Lage in Mazedonien ist vergangene Woche eskaliert. Anhängern des nationalkonservativen Lagers stürmten das Parlament in Skopje. Hunderte zum Teil maskierte Männer prügelten auf Oppositionsabgeordnete und Journalisten ein. Nach Angaben der Polizei wurden 102 Personen verletzt, darunter auch Journalisten.

    Der mit 6.000 Euro dotierte Press Freedom Award 2017 wird von ROG Österreich jährlich in einem wechselnden süd- oder südosteuropäischen Land ausgeschrieben und für investigativen Journalismus vergeben. Die Preisverleihung findet voraussichtlich im Jänner 2018 statt. (APA, 3.5.2017)

    Share if you care.